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Grün und einladend: Haxterhöhe Links
Grün und einladend: Haxterhöhe Links Bild: Haxterpark GmbH
01.07.2020 / Reisen

Linkskurs

Links gelten vielen passionierten Golfern als die ursprünglichste und einzig authentische Variante, einen Golfplatz zu gestalten. Für viele sind sie deshalb Sehnsuchtsorte. Hättest du gedacht, dass es zwischen Schleswig und dem Alpenvorland 50 deutsche Links-Plätze gibt? Na ja, fast 50 und zumeist Fast-Links. Immerhin lohnt ein genauer Blick. Vielleicht ist die nächste Düne näher, als du denkst …

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Wunschziel Golflinks

Dem Sagen nach entstanden die ersten Golfbahnen auf Land, das als Bindeglied (engl. „link“) zwischen fischreichem Ozean und fruchtbarem Acker außer ein paar anspruchslosen Schafen niemanden interessierte. Wind und Wellen formten Sanddünen, bewachsen mit harten Gräsern, stacheligen Sträuchern und genügsamer Heide (altengl. „hlinc“: „Hügelland“, aber auch „unfruchtbar, dürr“). Sturm und Regen wühlten tiefe Mulden in den Boden, Wasser versickerte, Bäume fanden keinen Halt. Einsam zogen wettergegerbte Hüter der Herden ihres Weges, mit dem umgedrehten Hirtenstab kleine Steine in das nächste Loch bug¬sie¬rend. Neben dem rauen Klima in wilder Landschaft und der damit verbundenen besonderen sportlichen Herausforderung ist es vielleicht auch diese romantisierende Vorstellung des Ur-Golfers, die unsere Links-Begeisterung nährt. Plätze weltweit nutzen diese Faszination: Wer irgendetwas Links-artiges aufzuweisen hat, verwendet den Begriff zur Eigenwerbung. Dabei gibt es kaum 180 „echte“ Links-Kurse mit direktem Kontakt zum Meer und natürlichen Sandböden (nicht etwa Steil- oder Felsküsten wie bei den Pebble Beach Golf Links). Tendenz kaum noch steigend. In Deutschland kann sich gerade mal ein Platz so nennen.


GC Budersand (Foto: Stefan von Stengel)
GC Budersand (Foto: Stefan von Stengel)

 

True Links – Budersand

Beim GC Budersand stimmt alles: Die Lage am Wasser, der sandige Boden, der Regen sofort versickern lässt, und die typischen Pflanzen. Für den Golfer bedeutet das häufig Wind, in Böen und aus unterschiedlichen Richtungen, harte Fairways, mit Stechginster durchsetztes Rough und verspringfreudige, schnelle Grüns. Dazu kommen 94 Topfbunker. Wer hier spielt, sollte Respekt vor dem Platz mit Spaß an der Aufgabe verbinden: Merk dir den Bahnverlauf, denn Dünen können die Sicht verstellen. Halte den Ball unter dem Wind. Vermeide Bunker und Rough. Spiele die Grüns flach und wohldosiert an. Und – egal, wie es läuft – genieße das Rauschen der Wellen, den würzigen Salzgeruch und die Natur ringsum. 

 
Auch schön: WINSTONlinks (Foto: GC WINSTONlinks)
Auch schön: WINSTONlinks (Foto: GC WINSTONlinks)


Seaside Links

Von den restlichen deutschen Anlagen mit Links-Charakter liegen zehn zumindest in Meernähe, allerdings durch Bebauung, Straßen, Wald und/oder etliche Kilometer von der Küste getrennt. Der bekannteste, WINSTONlinks, gilt Golf-Puristen als „Disneyplatz“, nicht die Natur schuf die markanten dünenartigen Hügel, sondern Bagger. Und vielleicht hat der Architekt beim Nachbau von Sandzipfeln, Fairwaywellen und Tieftopfbunkern etwas übertrieben. Andererseits hat er ein spektakuläres Layout hingelegt, der Pflegezustand und der Service sind exzellent. So tun als ob ist eben Geschmackssache, wer perfekt gemachte Replikate zu schätzen weiß, findet bestimmt auch Gefallen an diesem Course. Und der Wind ist verdammt echt! 

 

Inland Links

Bleiben noch die Plätze, denen definitiv die See fehlt, auch wenn uns die Erklärung zu den Haxterhöhe Links in Paderborn, der vorhandene Kalkstein beweise ja, dass da mal Meer gewesen sei, überzeugt. Hier ist der Boden zwar nicht sandig, aber gleichwohl mager und weist entsprechend Pflanzen auf, die genügsam sind und mit wenig Wasser auskommen. Netter Nebeneffekt: In den vergangenen Sommern präsentierte sich die Anlage deutlich grüner als ihre Nachbarn. Natürlicher Sandboden kennzeichnet auch die Heideplätze rund um Berlin, menschen-ge¬macht sind hingegen spezifische Design-Elemente nahe Köln, Frankfurt oder München. Der GC Steisslingen bei Singen punktet mit echten Topfbunkern von schottischen Architekten, Herzogswalde bei Dresden gleich mit zwei Links im Platznamen (9 Löcher HerzogswalderLINKS und Kurzplatz HerzogswalderLITTLE`LINKS´), jedoch ohne besondere Kennzeichen. Gemeinsam ist vielen Inland-„Links“ eine sanft gewellte, offene Landschaft mit wenigen Bäumen und deshalb voller Windkraft. Der Rest ist oft Marketing. 
 

Wo ist denn was verlinkt?

Viele Golfführer kategorisieren die aufgeführten Plätze. Für eine komfortable Übersicht haben wir aber nur die Albrecht-Website gefunden, die unter dem Reiter „Stil“ Links-lastige Angebote filtert. 

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