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Bild: istock.com/Andi_Alpion
25.02.2026 / Mixed
Golfplatzaufbau
Ein Golfplatz – das ist viel mehr als ein bisschen Grün mit Bahnen und Löchern. Was macht einen Golfplatz eigentlich aus und wie ist er aufgebaut? Wir zeigen, was für eine Golfanlage charakteristisch ist und erläutern die Fachbegriffe.
Autor:in: Johannes Podszun/Imke Ulrich
Wie ist der Platz aufgebaut?
Ein Golfplatz besteht aus mehreren Spielbahnen (Fairways), die jeweils an ihrem Ende ein von kurzem Grün umgebenes Loch mit einer Fahne bilden und sich zu einer Runde verbinden. In der Regel besitzt jede Spielbahn typische Bestandteile wie Abschlag, Fairway, Stellen mit höherem Gras (Semirough, Rough), (Sand-)Bunker, Wasserhindernisse (Penalty Areas) und das Grün mit Loch und Fahne.
Routing
Die Golfplatz-Aufteilung folgt dabei einem Routing, das die einzelnen Bahnen in der Regel logisch aneinanderreiht und Start- sowie Endpunkt häufig in der Nähe des Clubhauses bündelt. Als Routing bezeichnet man die Art und Weise wie die Bahnen auf einem Golfplatz angeordnet sind und in welcher Reihenfolge sie gespielt werden.
Layout
Das Layout meint hingegen die Art des inneren Aufbaus einer Bahn oder in einem allgemeinen Sinne die Art und Weise wie der Golfplatz gestaltet ist, welche charakteristischen Merkmale er hat und wie er in die Naturlandschaft eingebettet ist.
9-Löcher-Runden
Traditionell wurden die ersten 9 Löcher weg vom Clubhaus ("out") bis zum maximal entfernten Punkt des Golfplatzes gespielt. An dieser Stelle drehte man um und spielte die 9 Löcher wieder zurück ("in") zum Clubhaus. Bei jüngeren Golfanlagen findet man die Clubhäuser oft in der Mitte der Golfplätze. Von hier aus startet und endet eine 9-Löcher-Runde. So können die Spielenden selbst entscheiden, ob sie nach 9 Löchern aufhören oder ihre Runde auf 18 oder sogar 27 Löcher verlängern möchten.
Markierungen und Regeln
Markierungen auf dem Gelände helfen, die Golfregeln korrekt anzuwenden und die verschiedenen Bereiche auf dem Golfplatz eindeutig voneinander zu unterscheiden. Typische Farben kennzeichnen unter anderem Penalty Areas und sonderregulierte Zonen. Sie geben damit klare Hinweise auf das gemäß Regelwerk richtige Vorgehen.Auch die Abschläge werden gemeinhin farblich oder mit Schildern markiert, um unterschiedliche Spiellängen und Handicap-Gruppen zu berücksichtigen. So finden Golfspielende leicht den passenden Bereich für die eigene Spielstärke und können den Platz fair nutzen. Meist gibt ein Schild zu Beginn jeder Bahn Auskunft über ihre Länge, die Lage des Grüns, die Position der Hindernisse und die vorgegebene Schlagzahl (Par-Vorgabe).
Die Golfregeln unterscheiden exakt zwischen Bereichen wie allgemeinem Gelände, Bunkern und Grün, weshalb ein klarer Golfplatzaufbau besonders wichtig ist. Markierungen machen sichtbar, welche Erleichterungen möglich sind und wann Strafschläge hinzukommen. Platzregeln ergänzen das offizielle Regelwerk um spezifische Vorgaben für die jeweilige Anlage, etwa zum Umgang mit besonderen Zonen oder temporären Bedingungen. Für Golferinnen und Golfer wird dadurch nachvollziehbar, wie sich der Aufbau des Platzes direkt auf das eigene Spiel und die Zählweise der Schläge auswirkt.
Die Elemente der Golfbahn (Foto: KI/Co-Pilot)
Aufbau der Spielbahnen
Der Aufbau einer Spielbahn auf einem Golfplatz beginnt am Abschlag, von dem der Ball ins Spiel gebracht wird und sich idealerweise über das Fairway in Richtung Grün bewegt. Zwischen Abschlag und Grün liegen Rasenflächen mit unterschiedlichen Grashöhen und -sorten, Bunker, Wasserhindernisse (Penalty Areas) und Geländemodellierungen, die das Spiel strategisch herausfordernd gestalten.Die Länge einer Bahn und ihre Par-Vorgabe bestimmen, wie viele gut platzierte Schläge bis zum Loch vom einem Sratch-Golfer – also einer Spielerin oder einem Spieler mit einem Handicap von 0 - erwartet werden. So ergeben sich abwechslungsreiche Spielbahnen, die gerade verlaufen, abknicken (Doglegs) oder eng von Hindernissen gerahmt sein können.
Die Golfplatz-Aufteilung berücksichtigt neben den Spielbahnen zahlreiche weitere Bestandteile wie Wege, Abschlagbereiche, Rettungs- und Pflegewege sowie technische Anlagen. Bewässerung, Drainagen, Maschinenflächen und Lagerräume werden so eingeplant, dass sie den Spielbetrieb unterstützen, aber das Landschaftsbild möglichst wenig stören.
Fläche und Platzgröße
Ein klassischer Golfplatz mit 18 Löchern benötigt je nach Konzept und Gelände in der Regel zwischen etwa sechzig und siebzig Hektar Fläche. Laut Studien erstrecken sich die Golfplätze in Deutschland insgesamt über eine Fläche von 48.000 Hektar und binden dabei 500.000 Tonnen Staub pro Jahr. Ein 18-Löcher-Golfplatz produziert Sauerstoff für 7.000 Menschen und trägt damit aktiv zur Luftqualität bei.Anzahl der Löcher
Wie viele Löcher ein Golfplatz höchstens hat, hängt von der jeweiligen Anlage ab. Neben 9- und 18-Löcher-Plätzen gibt es auch Anlagen mit 27, 36, 54 und mehr Löchern. Diese bestehen aus mehreren Plätzen. Liegen die Plätze nah beieinander, können sie flexibel kombiniert und unterschiedlich genutzt werden.
Grüns
Der Aufbau des Grüns auf dem Golfplatz ist besonders anspruchsvoll, weil ein sehr kurz geschnittener, dichter Rasen mit gleichmäßigem Ball-Lauf benötigt wird. Mehrschichtige Bodensysteme mit Drainage und speziellen Grassorten sorgen dafür, dass das Grün belastbar bleibt und sich gut pflegen lässt. Überschüssiges Wasser wird abgeführt und Nährstoffe dauerhaft gespeichert, berichtet die Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG).
Grasflächen und -sorten
Auf Fairway, Semirough und Rough werden unterschiedliche Grassorten verwendet. Diese haben längere Halme und sind – auch im Hinblick auf den Klimawandel – besonders trockenheitsverträglich und robust. So entstehen klar abgegrenzte Rasenflächen, die den Spielverlauf beeinflussen und gleichzeitig zur ökologischen Vielfalt der Anlage beitragen.
Naturschutz und ökologische Nachhaltigkeit
Beim Golfplatzbau spielt der schonende Umgang mit der Fläche eine wichtige Rolle. Bis zu sechzig Prozent der Fläche eines Golfplatzes bestehen aus naturbelassenem Areal. Ein Golfplatz gilt laut Gesetz als öffentliche Fläche und unterliegt beim Pflanzenschutzmitteleinsatz strengen Vorgaben. Wie der Agrarwissenschaftler und freiberufliche Golf- und Sportrasen-Sachverständige Dr. Gunther Hardt in unserem Interview „Auf der Spur“ erklärt, bieten Strukturelemente wie Hecken, Bäume, Wiesen und Gewässer wichtige Lebensräume für zahlreiche Arten und fördern die Biodiversität. Golfplätze können als Frischluftschneisen zwischen Stadtzentrum und -rand bezeichnet werden, wie der Agraringenieur und Landschaftsgestalter Andreas Klapproth betont. Als „grüne Lunge“ schützen sie in urbaner Lage Flora und Fauna.
Golfanlagen: Infrastruktur
Clubhaus
Zum Kern einer Golfanlage gehört ein Clubhaus, das in der Regel eine Gastronomie, Umkleiden, sanitäre Anlagen, die Verwaltung und häufig auch einen Pro-Shop enthält. Hier treffen sich Golferinnen und Golfer vor oder nach der Runde, organisieren ihre Startzeiten und nutzen die Einrichtungen und Serviceangebote des Clubs.
Übungsanlagen
Ergänzend zum eigentlichen Platz gibt es in der Regel auch Übungsanlagen: Driving-Range, Putting-Grün sowie Pitch- und Chip-Bereiche ermöglichen gezieltes Training einzelner Schläge. Manche Anlagen verfügen zusätzlich über kleine Trainingsplätze mit kürzeren Bahnen oder Akademie-Bereiche, die vor allem für Unterricht und erste Spielerfahrungen gedacht sind.
Auf der Driving Range trainieren Golferinnen und Golfer vor allem lange Schläge, während auf den Putting- und Chipping-Grüns die Technik für das kurze Spiel geschult wird. Diese Bereiche sind wichtige Bestandteile jeder Anlage, da sie die Spielerinnen und Spieler auf die Runde vorbereiten und das eigenständige Üben unterstützen.
Fazit: Das Wichtigste auf einen Blick
1. Was ist ein Golfplatz und wie ist er aufgebaut?
Ein Golfplatz besteht aus mehreren Spielbahnen mit Abschlag, Fairway, Hindernissen und einem Grün mit Loch und Fahne, die zu einer Runde verbunden sind.
2. Wie groß ist ein Golfplatz und welche Rolle spielt die Umwelt?
Ein 18-Löcher-Golfplatz umfasst meist 60 bis 70 Hektar. Ein großer Teil der Fläche bleibt naturbelassen und trägt zur Biodiversität und Luftqualität bei.
3. Welche Infrastruktur gehört zu einer Golfanlage?
Zur Golfanlage zählen neben dem Platz ein Clubhaus mit Serviceangeboten sowie Übungsanlagen wie Driving Range, Putting- und Chipping-Grüns.