Kontakt
Hotline: 0611 34104-0
Suchen
Schließen
Das Magazin für clubfreie Golfer:innen
Auch mit Bauch eine runde Sache: Golf
Auch mit Bauch eine runde Sache: Golf Bild: shutterstock.com/Elizaveta_Galitckaia
22.04.2026 / Mixed

Golf und Schwangerschaft

Schwanger Golf spielen kann mit ärztlicher Freigabe eine angenehme, moderate Bewegung sein. Golf ist ein toller Sport während der Schwangerschaft, passend zum Wachstum deines Babys in den neun Monaten. Die Monate darfst und musst du unter medizinischer Aufsicht so planen, dass es sich gut anfühlt.
 

Lesedauer 4 MIN
drucken
weiterleiten
E-Mail
Facebook
X
Whatsapp

Golf & Babybauch: Geht das?

Golf mit Babybauch kann funktionieren, wenn es dir gut geht und deine Ärztin oder dein Arzt zustimmt. Wichtig ist, dass du die Signale deines Körpers ernst nimmst und dein Tempo anpasst. Dein Körpergefühl ist dabei ein verlässlicher Kompass. Wie gut das funktioniert, berichtet die begeisterte Golferin Maike Blankartz aus eigener Erfahrung; sie erklärt die Grundlagen für Golf in der Schwangerschaft.
 
Dein Körper verändert sich Schritt für Schritt. Der Schwerpunkt verschiebt sich, der Bauch wird runder und manche Gelenke fühlen sich beweglicher an. Auch Kreislauf und Atmung können anders reagieren, besonders wenn es warm ist oder du zu lange ohne Pause gehst. Dazu kommen individuelle Gründe, die für oder gegen eine Runde sprechen, etwa Schlafmangel, Übelkeit oder Rückenbeschwerden. Wenn Probleme auftreten, solltest du nicht versuchen, sie wegzuspielen, sondern sie ärztlich abklären zu lassen.
 
Auf dem Platz hilft eine einfache Leitidee: Spiele kontrolliert, bleib jederzeit ansprechbar und gehe so, dass die Anstrengung niedrig bis moderat bleibt. Trage keine schwere Tasche und plane Wege so, dass du jederzeit abkürzen kannst. So bleibt die Belastung besser steuerbar.  Deine sportlichen Übungen sollten gezielt Beckenboden und Körpermitte trainieren durch Beinheben, Beckenkreisen und gezieltes Beckenbodentraining.
 

Golf in den Trimestern

Im Verlauf der Schwangerschaft ändern sich Stabilität, Energie und Beweglichkeit. Die Monate fühlen sich oft unterschiedlich an. Deshalb lohnt es sich, dein Spiel nach Phasen zu strukturieren. Im Mittelpunkt stehen Sicherheit, Wohlbefinden und ein gutes Gefühl für die eigene Tagesform. Kurze Mobilitätseinheiten, sanfte Kräftigung und bewusste Pausen unterstützen dich dabei.
 
Zusätzliche Übungen können helfen, Muskeln funktional zu stabilisieren und den Beckenboden besser wahrzunehmen. Das ersetzt keine medizinische Beratung, kann aber den Alltag auf und neben dem Platz erleichtern.
 

1. bis 3. Monat: Sanfter Start

In der Frühschwangerschaft reagieren viele Frauen empfindlicher auf Stress, Gerüche und Müdigkeit. Wenn du spielst, dann lieber kurz und entspannt. In der Frühschwangerschaft kann es sonst zu Problemen kommen, wie die Schweizer Seite arthrokinematik.ch berichtet. Ein sanfter Start kann heißen, nur wenige Bahnen zu gehen, öfter zu trinken und den Schwung kleiner zu halten.
 
Sporttechnisch tust du deinem Körper einen Gefallen, wenn du den Rhythmus beruhigst und kontrolliertere Schläge wählst. Achte auf einen sicheren Stand, denn der Gleichgewichtssinn kann sich verändern. Wenn dir schwindelig wird, du Schmerzen verspürst oder dich unwohl fühlst, ist eine Pause sinnvoll.
 

4. bis 6. Monat: Energie tanken

In dieser Phase fühlen sich viele stabiler und beweglicher. Richte mit leichtem Krafttraining den Fokus auf Rücken, Gesäß und Rumpf. Ergänze das durch einfache Übungen für Hüfte und Brustwirbelsäule. Atme ruhig und gleichmäßig, damit genug Sauerstoff zur Verfügung steht und du dich während der Runde sicher fühlst.
 

7. bis 9. Monat: Angepasst spielen

In den letzten Monaten steht die Anpassung im Vordergrund. Plane kürzere Runden, wähle flache Wege und spiele zu Tageszeiten, in denen es nicht zu heiß ist. Der Bauch verändert die Haltung, erschwert das Putten und du brauchst mehr Raum für Bewegung.
Jetzt ist Sicherheit wichtiger als Länge. Ein kompakter Schwung, ein ruhiges Tempo und rutschfeste Schuhe senken die Sturzgefahr. Wenn du merkst, dass der Körper schneller ermüdet, ist das normal und darf dein Spiel bestimmen. Das ist auch eine gute Vorbereitung auf die Geburt. „Allerdings belastet der Abschlag den Beckenboden, deshalb nur in Maßen“, erklärt die AOK.
 

Risiken & richtige Bewegung

Ein zentrales Risiko ist, Warnzeichen zu ignorieren. Zu viel Tempo, zu lange Runden und unpassende Ausrüstung können Überanstrengung fördern. Auch Hitze, unebener Untergrund und Zeitdruck erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass du dich überforderst.

Richtige Bewegung bedeutet, dass du dich noch unterhalten kannst, dich sicher fühlst und nicht in einen Leistungskampf gerätst. Die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. med. Michaela Schmid rät, „sich auf kein Turnier ein[zu]lassen.“ Wenn du unsicher bist, orientiere dich an den ärztlichen Empfehlungen.
 

Tipps für sicheres Spiel

Starte mit einem kurzen Aufwärmen und bleib bei einem Tempo, das sich leicht anfühlt. Nimm dir Pausen, trinke regelmäßig und iss bei Bedarf eine Kleinigkeit. So bleibt der Kreislauf stabil und du kannst dich auf saubere Bewegungen konzentrieren.

Wähle Schläge, die du sicher kontrollierst. Vermeide Situationen, in denen du dich strecken oder ruckartig drehen musst. Ein ruhiger Ablauf unterstützt die Entspannung und schont Rücken und Gelenke. Denke auch an die Zeit nach der Schwangerschaft. Viele bleiben am Ball, weil Golf ein Sport ist, den Familien gemeinsam spielen können, unabhängig von Spielstärke und Alter. Die Kulturwissenschaftlerin und Pro-Golferin Isabel von Wilcke berichtet im „Golf-Magazin“ vom Umgang von Profispielerinnen mit ihrem Nachwuchs.
 
 
drucken
weiterleiten
E-Mail
Facebook
X
Whatsapp

Auch interessant

Wer genau hinschaut, der findet viele gute Gründe fürs Golfen
14.09.2022 / Mixed

Gute Gründe fürs Golfen ...

... gibt's genug für die ganze Familie, von jung bis alt.
Bewegung im Freien tut gut und macht Spaß!
25.07.2018 / Mixed

Fit fürs Fairway

Der Körper als Trainingsgerät – beim Functional Training stehen das eigene Körpergewicht und Muskelgruppen im Fokus. Warum das populäre Workout auch für Golfer eine sinnvolle Trainingsergänzung sein kann, erfuhr die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) von Personal- und Golf-Fitness-Trainer Michael Kleist.
Mit Golf und Yoga im Hier und Jetzt
08.06.2022 / Mixed

Golf & Yoga

Wie Golfer:innen vom Yoga profitieren: Wer bei Yoga an „Ohm“-Gesänge, abgedunkelte Räume, Freaks und Räucherstäbchen denkt, irrt.