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Golfen direkt am Indischen Ozean
Golfen direkt am Indischen Ozean Bild: Thomas Radler
29.04.2026 / Reisen

Golf auf Sansibar

Abschlag zwischen Ozean und Geschichte: Sansibar in Tansania steht für Gewürzduft, arabische Holztüren, türkisfarbenes Wasser, wunderschöne Strände – und seit einigen Jahren auch für Golf.
 

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Hoch über der Westküste der Insel, rund 25 Kilometer nördlich von der Inselhauptstadt Stone Town, liegt das Sea Cliff Resort & Spa mit seinem 9-Löcher-Golfplatz. Es ist die einzige vollwertige Golfanlage des Archipels und damit zwangsläufig Anlaufpunkt für golfende Reisende.
 

Abschlag auf dem Archipel

Der von Peter Matkovich entworfene Kurs ist kein klassischer Championship-Platz, sondern eine Resortanlage, die geschickt mit dem vorhandenen Gelände arbeitet. Gespielt wird auf neun Bahnen mit mehreren Abschlägen, so dass sich eine 18-Löcher-Runde variieren lässt. Die Fairways verlaufen durch offene, leicht gewellte Landschaft, gesäumt von Palmen, niedrigen Büschen und vereinzelten Mangobäumen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Indischen Ozean – besonders eindrucksvoll an den Bahnen entlang der Klippen.
 

Schwungvolle Urlaubsergänzung

Spielerisch verlangt der Platz weniger Länge als Präzision. Der stetige Küstenwind beeinflusst die Schläge spürbar, vor allem auf den exponierten Par-3-Bahnen. Wer hier zu offensiv spielt, findet schnell Busch oder Sand. Die Grüns sind überschaubar modelliert, das Layout insgesamt fair, aber nicht ohne Tücken. Für Single-Handicapper ist der sportliche Anspruch begrenzt, doch als Urlaubsergänzung bietet der Platz genau das, was viele suchen: eine entspannte Runde in außergewöhnlicher Umgebung.
 

Alles da fürs Golfvergnügen

Die Infrastruktur ist gut: Driving Range, Putting- und Chipping-Bereich, dazu ein wunderschönes, kleines Clubhaus direkt am Indischen Ozean. In der tropischen Hitze empfiehlt sich eine frühe Startzeit – nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch wegen des besonderen Lichts am Morgen, wenn die Sonne flach über dem Meer steht.
 

Und was ist abseits der Fairways los?

Aber so hübsch der Platz auch ist, wer nach Sansibar reist, hat meist auch Pläne abseits der Fairways. Nur eine gute halbe Stunde entfernt liegt Stone Town, das historische Herz der Insel. Die Altstadt wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – als außergewöhnliches Beispiel für den kulturellen Austausch zwischen Afrika, Arabien, Persien, Indien und Europa. Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert entwickelte sich Sansibar zu einem bedeutenden Handelszentrum im Indischen Ozean. Gewürze – allen voran Nelken – brachten Wohlstand. Zugleich war die Insel einer der wichtigsten Umschlagplätze des ostafrikanischen Sklavenhandels. Diese Ambivalenz prägt die Geschichte bis heute. In den engen Gassen von Stone Town erzählen reich verzierte Holztüren von arabischem Einfluss, indische Balkone ragen über schmale Straßen, Korallensteinbauten zeugen von afrikanischer Handwerkskunst. Sehenswürdigkeiten wie der ehemalige Sultanspalast, das "House of Wonders“ oder das alte Fort erinnern an die Zeit, als Sansibar ein eigenständiges Sultanat war. 1964 vereinigte sich die Insel schließlich mit Tanganjika zur Vereinigten Republik Tansania.
 

Mehr als Golf und Geschichte

Es sind es vor allem auch die Strände, die Sansibar so besonders machen: feiner, weißer Korallensand, gesäumt von Palmen und eingerahmt vom türkisfarbenen Indischen Ozean. Kein Wunder, dass die Insel in den letzten Jahren verstärkt auf Tourismus setzt, besonders an der Ostküste zeigt sie sich von ihrer spektakulärsten Seite. Orte wie Nungwi und Paje zeigen dabei ganz unterschiedliche Seiten Sansibars: In Nungwi ist das Wasser durchgehend tief und eignet sich gut zum Baden, Paje hat sich – sobald der Passatwind über die Lagune zieht – zu einem Hotspot für Kitesurfer entwickelt. Dazwischen liegen immer wieder ruhige Strandabschnitte, die vollkommen unberührt wirken.
 

Fazit

Golf in Sansibar ist kein eigenständiger Reisemagnet wie auf Mauritius oder in Südafrika. Der Platz im Sea Cliff Resort ist eher Ergänzung als Hauptattraktion. Allerdings eine ziemlich schöne, mit atemberaubenden Blicken über den Indischen Ozean. Und wer mag, kann nach der Runde vom Privatstrand des Clubhauses aus direkt ins Meer springen.


Der ehemalige Sultanspalast Beit al-Sahel in Stone Town - Residenz der Herrscher von Sansibar bis 1964 (Foto: T. Radler)
Der ehemalige Sultanspalast Beit al-Sahel in Stone Town - Residenz der Herrscher von Sansibar bis 1964 (Foto: T. Radler)

 

Infos

Die beste Reisezeit für Sansibar sind die trockenen Monate Juni bis Oktober sowie Januar und Februar mit Temperaturen um 30 Grad, wenig Niederschlag und geringer Luftfeuchtigkeit.


Anreise

Direktflüge mit Discover ab ca. 1.200,- Euro, günstiger zum Beispiel mit Turkish Airlines mit Umstieg in Istanbul ab 750,- Euro. Die Preise für Direktflüge z.B. von Frankfurt nach Sansibar variieren stark je Saison, Fluggesellschaft und Buchungszeitpunkt. In der Nebensaison liegen Hin- und Rückflug in der Economy-Class bei ca. 700,- bis 1000,- Euro pro Person, in der Hauptsaison bei ca. 1.000,- bis 1.600,- Euro. Direktflüge Frankfurt–Sansibar sind nicht dauerhaft verfügbar; oft ist ein Umstieg nötig (z. B. über Doha, Istanbul oder Dubai). Für eine aktuelle, verbindliche Preisauskunft empfiehlt es sich, direkt bei den Fluggesellschaften oder Vergleichsportalen zu schauen und konkrete Reisedaten anzugeben.


Mietwagen

Ab 450,- Euro/Woche für ein Mittelklassefahrzeug bei verschiedenen Veranstaltern. Ganz wichtig: Man braucht eine „Temporary Zanzibar Driving Permit“, gültig für drei Monate, Kostenpunkt 10,- bis 20,- US Dollar, um den Ablauf kümmert sich der Mietwagenverleiher vor Ort.


Hotels

Der Tourismus boomt in Sansibar, entsprechend ist die Auswahl an Hotels riesig, von einfachen Guest Houses mit Doppelzimmern für 25,- Euro die Nacht bis hin zu luxuriösen 5-Sterne-Resorts. Wir haben auf unserer Reise im “Fruit & Spice Wellness Resort” in Kizimkazi im Süden der Insel übernachtet, sehr ruhig gelegen mit wunderschönem Privatstrand. Die Doppelzimmer beginnen hier bei 120,-. Euro/Nacht. Eine günstige Alternative kann eine Pauschalreise sein. Eine Woche für zwei Personen mit Flug in einem 4-Sterne-Hotel finden sich bei verschiedenen Anbietern ab 900,- Euro pro Person.


Golf

Der einzige Platz auf Sansibar ist der Kurs des Sea Cliff Resorts; das Greenfee für 9 Löcher beträgt 60,- US Dollar, für 18 Löcher kostet es 100,- US Dollar.
 
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