Foto: Stefan von Stengel - Natur und Wohlgefühl auf 125 Hektar: der Achimer GC

Prinz und Freiherr

Hier trifft Prinz Albert von Preußen den Freiherrn von Berlepsch ... als Apfelsorte auf der Streuobst-Wiese: Der Achimer Golfclub e. V. trägt zu Recht die DGV-Auszeichnung „Golf und Natur" in Gold, denn Umgang mit der Natur ist ein Teil der Clubphilosophie, echte Herzlichkeit ein weiterer. Vom Empfang bis zur Gastronomie fühlt man sich auf der 27-Löcher-Anlage mit anspruchsvollen öffentlichen Neun willkommen.

Natur und Wohlgefühl. 

„Wohlfühlen" soll man sich beim Achimer GC, der 2018 sein 25-jähriges Jubiläum feierte, – und wohl fühlen sich hier nicht nur die Spieler, sondern auch Flora und Fauna. 125 Hektar umfasst das früher in großen Teilen landwirtschaftlich genutzte Areal, aber nur rund 40 Hektar werden bespielt und entsprechend bearbeitet. Der Rest soll nicht wieder in den Urzustand versetzt werden, sondern folgt dem Konzept einer intakten Kulturlandschaft. Die angelegte Streuobst-Wiese mit Wildbienenhotel und über 80 alten Obstbaumarten, darunter der erwähnte Berlepsch-Apfel und der noch weniger bekannte Prinz von Preußen, lädt zum Schauen und Selberpflücken ein. Zur Erntezeit gibt es aber auch frische Äpfel im Clubhaus, die durch ihren hohen Polyphenol-Gehalt selbst Apfel-Allergiker begeistern können.

Flora und Fauna im Blick

Neue Biotope, eine Teichlandschaft, 80.000 gepflanzte Bäume und Sträucher sowie Storchennest und Entenhaus machen aus ehemaligem Ackerland einen Lebensraum für viele Tiere. Zwei ortsansässige Fotografen dokumentieren Vögel, Säugetiere, Amphibien und Insekten mit sehenswerten Fotos. Mittlerweile gibt es sogar Schautafeln und naturkundliche Führungen über den Golfplatz und die Streuobst-Wiese (Anmeldung bei Hans-Dieter Poehls). Selbst das Clubrestaurant „Wachtelkönig" trägt Natur im Namen und verkauft Honig von mehreren auf dem Platz beheimateten Bienenvölkern, deren Imker übrigens seit Kurzem vom Golfbazillus befallen ist – gegenseitige Befruchtung, um im Thema zu bleiben. 

Natur …

Nicht alle Lebewesen sind golfanlagenfreundlich. Larven unter der Erde und larvenpickende Krähen über der Erde ärgern Greenkeeper und Spieler. Dem Problem versucht man mit Biologie beizukommen und setzt auf larventötende Fadenwürmer, während die Krähen durch Nahrungsentzug und Raubvogel-Drachen vergrämt werden sollen. Für die Planung und Weiterentwicklung des Gesamtentwurfs leistet sich der Club ein eigenes „Golf und Natur"-Team, das auch für die Einbindung in den öffentlichen Raum zuständig ist. Wander- und Radwege erschließen das Gelände so, dass sie gefahrlos nutzbar sind und die Golfer nicht stören.

… und Golf

15 Minuten südlich von Bremen, quasi im Kreuzungsbereich der A 1 mit der A 27, liegen die 18 plus 9 Löcher des Achimer GC. Der Club bittet zwingend um Anmeldung, das Sekretariat versucht in Ausnahmefällen, Spontangolfer unterzubringen. Startzeiten können komfortabel online, per Terminal vor Ort, telefonisch oder persönlich im Sekretariat gebucht werden, auch mit E-Cart und/oder Hund. Übungswillige finden gute Trainingsmöglichkeiten, einschließlich Flutlicht auf der Range. Die großzügige Anlage bedingt einige lange Wege, zum Beispiel von der Driving Range zum Abschlag, aber auch zwischen den 18 Löchern. Neben E-Carts kannst du nach Reservierung sogar ein Golfboard ausprobieren, das ist ein Elektro-Vierrad-Scooter mit Baghalterung. Macht auf dem flachen Platz viel Spaß bei geringem Risiko, wegen Einweisung und Eingewöhnung solltest du vor dem Start allerdings etwas mehr Zeit einkalkulieren.

Spieltaktik gefragt

18 ganz individuelle Löcher mit viel Gegend rundherum erfordern ganz individuelle Spieltaktiken. Überall ist irgendwo Wasser aller Art, Holz oder Sand im Weg und will überwunden werden. Schnell wird klar: Flach ist nicht unbedingt einfach. Spannend ist die sechste Bahn: Nur mit einem gezielten Riesenabschlag kommst du nahe genug an den Quergraben, um mit dem zweiten Schlag das Grün zu erreichen. Vorgelegt und zu weit? Hufeisenbunker! Lange Zeit ist kein Par-3 in Sicht, bis dann Loch 8 und 9 gleich zwei hintereinander präsentieren, bevor es an der 10 auf das längste Par-5 geht, gefolgt von vier weiteren Doglegs mit teilweise engen Drive-Landezonen. Ausgerechnet die 9 und die 18 enden mit einem Schlag über Wasser auf ein Grün vor der Terrasse des Restaurants, bei schönem Wetter sicher eine mentale Herausforderung.

Es lockt das Rough

Der mit Vorgabe -54 bespielbare öffentliche Teil über neun Löcher (Par-60) ist weder Kurzplatz noch ungeliebtes Anhängsel des „großen“ Platzes, sondern eine eigenständige, durchgeplante und gut gepflegte Anlage mit etlichen Herausforderungen. Ob Teiche oder Gräben, mit rollenden Bällen kommst du nicht weit, da müssen hohe und wegen der kleinen Grüns genau platzierte Schläge her. Die Bahnen verlaufen zum Teil dicht nebeneinander (Vorsicht!) und die Ausgrenzen sind nah. Wer meint, er könne es an Loch 1 oder 5 „tigerlike“ probieren, hat die Rechnung meist ohne das Rough gemacht – Ballverlust! Das sechste Grün ist fast eine Insel, lässt Ungeübten aber einen trockenen Zugang. Dafür ist der Weg zum siebten Abschlag mit „hinter den Bäumen entlang“ etwas verwirrend beschrieben – überall Bäume. Über 8 und 9 geht es links und rechts der Zufahrtsstraße gemütlich zurück, es sei denn, man verfehlt das Grün oder zumindest das Fairway und landet im Rough.

Geschmackvoll

Vor oder nach der Runde (oder auch einfach so) lohnt ein Blick auf die Karte des Restaurants „Wachtelkönig“. Neben regionalen und internationalen Gerichten gibt es viel Saisonales und manchmal Ungewöhnliches. Die selbstgemachten Leckereien sorgen selbst am Abschlag für Gesprächsstoff, zum Beispiel die „Gewittertorte“, ein leicht beschwipstes Gebäck mit eigener Geschichte, die dir die Gastronomin gern erzählt. Im „Wachtelkönig“ präsentiert der Achimer GC mit Sponsoren seit 2010 zwischen November und März die Konzertreihe „Golf und Kultur“ mit Musik von Rock bis Jazz. Eine gute Möglichkeit, sich mit (Golf-)Freunden zu treffen.

Die tun was

Das ist der Eindruck, der Golf in Achim am nachhaltigsten prägt. Dieser sorgfältige Umgang, sei es mit dem Feldhasen oder Gastgolfer, gepaart mit einer durchgängig freundlichen Atmosphäre machen die Golfrunde zum Genuss. Kein Wunder, dass die VcG-Mitglieder den Achimer GC 2018 mit zu den beliebtesten Golfanlagen des Nordens gezählt haben!  

VcG-Special

VcGler zahlen donnerstags für die 18-Löcher-Runde nur 30,– statt 45,– Euro. Die Trainingsjahresmitgliedschaft inklusive 400 Übungsbällen kostet für sie nur 49,– statt 79,– Euro. Gültig bis 31.12.2019.

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