Foto: Märkischen Golfanlagen GmbH / Bahn 17.

Doppelter Liebling.

Gratulation! In der Region Ost kam im Jahr 2018 beim Voting der VcG-Lieblingsplätze „Der Märkische“ gleich zweimal auf das Treppchen: Mit dem 18-Löcher-Platz „Fontane“ (2. Platz) und dem 9-Löcher-Platz „Lenné“ (1. Platz). Grund genug, vor Ort einmal zu ergründen, was die VcG-Mitglieder zu Fans des Märkischen Golfclubs westlich von Potsdam macht. Und dabei kommt auch die Deutsche Bahn ins Spiel …

Auf nach Phöben

Bereits seit 1992 fliegen in Phöben – einem Ortsteil des 25.000-Einwohner-Städchens Werder – die Golfbälle. Keine drei Jahre nach dem Fall der Mauer gingen die ersten neun Löcher in Betrieb. Das war schnell! Seitdem hat die Golfanlage des Märkischen GC eine rasante Entwicklung durchgemacht und präsentiert sich heute mit allem, was das Golferherz begehrt: 18-Löcher-Platz (Par 72), 9-Löcher-Platz (Par 36), öffentlichem Kurzplatz mit neun Löchern, gigantischer Driving Range und zahlreichen Kurzspielmöglichkeiten. Das großzügige Clubhaus mit Restaurant, Shop und schicken Umkleiden vervollständigt das Angebot.

Ein Hauch von PGA-Tour

Ich habe mich für eine 18-Löcher-Runde entschieden. Die 45-minütige Autofahrt aus der Berliner West-City nach Werder soll sich schließlich lohnen. Da ich deutlich vor 9 Uhr abschlagen kann, werden lediglich 35,– Euro für die Runde fällig. Selbst das reguläre Wochentagsgreenfee erscheint mit 50,– Euro wirklich günstig. Im fröhlichen Sekretariat (immer ab 7 Uhr besetzt!) erledige ich die Formalitäten und schlage noch ein paar Bälle auf der Range. „Titleist NXT“ klackern in mein Körbchen. Ein Hauch von PGA-Tour weht über die Range, der sich aber angesichts meiner wenig perfekt getroffenen Bälle schnell wieder verzieht. Schnell noch ein paar Putts und dann rüber zum ersten Abschlag. Vor mir ist gerade ein Dreier-Flight gestartet. „Na, hoffentlich lassen die mich nachher durch“, denke ich, bevor ich meinen ersten Ball in den Morgenhimmel schieße. Die 1 ist gleich mit einem „netten“ Teich vor dem Grün gespickt – aber mit 305 Metern ist es das mit Abstand kürzeste Par 4 auf diesem Platz und damit ein durchaus freundliches Startloch. An der Bahn 2 fahre ich kurz zusammen, als ein Zug der Deutschen Bahn neben mir angerauscht kommt. Die Bahngleise hatte ich noch gar nicht wahrgenommen. Auch an der Bahn 3 – dem ersten Par 5 des Platzes – kommt „die Bahn“ ins Spiel.

Wir sehen uns bald wieder!

Die Par-4-Löcher des Platzes haben überwiegend eine Länge zwischen 345 und 370 Metern. So auch die 4, ein hübsches, leicht bergauf verlaufendes Loch, das sich am Ende ein Doppelgrün mit der Bahn 14 teilt. Wir sehen uns bald wieder! Wo ist eigentlich der Dreier-Flight vor mir? Ich wollte doch durchspielen. Huch! Vom Abschlag der Bahn 5 aus sehe ich sie. Sie stehen schon auf dem Grün in 406 Metern Entfernung! Die Herren vor mir haben den Turbo gezündet und ich versuche dies ebenso mit meinem Driver an diesem ewig langen Par 4, dem schwersten Loch des Platzes. Nun, mein Turbo will nicht so recht und so wird die Bahn für mich dann doch eher zu einem kurzen Par 5. Yippie. Par gespielt!

Die Bahn kommt

Auf der Bahn 8 freue ich mich über einen wirklich schönen Blick: Von einem leicht erhöhten Abschlag geht’s runter auf die Bahn, die rechts wunderschön vom Wald eingefasst ist. Während ich hie und da ein leichtes Säuseln der Autobahn wahrgenommen hatte, fällt mir nun die totale Ruhe auf dem Platz auf. Langsam kann ich die Beliebtheit des Platzes bei den VcG-Mitgliedern nachvollziehen. Die nächsten Bahnen kommen alle ausgewogen und harmonisch daher. Auf der Bahn 13 wartet das längste Par 5 des Platzes auf mich: 549 Meter. Uff! Danach das Doppelgrün der 14 – wir kennen uns ja schon! Und ab dem Grün 16 gibt es wieder Zusammentreffen mit der Deutschen Bahn. Die 17 kurz vor Schluss ist dann ein echter Tester: Par 3 mit einem Teich vor dem gesamten Grün. Ich entdecke eine kleine Schneise für Angsthasen (oder Realisten wie mich) auf der rechten Seite der Bahn, über die ich meinen Ball Richtung Kurzgemähtes hoppeln lasse. Der Plan geht auf, der Par-Putt aber nicht rein.

Verdiente Auszeichnung

Als ich die 18 neben der Clubhausterrasse anspiele, ziehen die drei Herren vor mir bereits von dannen. Was sagt die Uhr? Knapp 3,5 Stunden. Ich ziehe Bilanz: Golfanlage super über die westliche A10 zu erreichen, sehr freundliches Sekretariat, extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, schöner Platz, der an vielen Stellen zwar verzeihend ist, aber besonders auch bei aufkommendem Wind und durch die welligen Grüns seine Zähne zeigen kann. Absolut einen Besuch wert, zum Beispiel beim 18-Löcher-Turnier „Märkischer GC meets VcG“ am 3.8.2019!

INFOS ANFORDERN >>