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Kein Foto für dich!

54 Millionen Deutsche ab 14 Jahren nutzen heutzutage ein Smartphone – du gehörst sicher auch dazu. Die mobilen Wegbegleiter sind für viele inzwischen unverzichtbare Begleiter, auch beim Golfen: Von der GPS-Messung über die digitale Scorekarte bis hin zur Unwetterwarnung erweisen sich die smarten Geräte auf der Runde als echte Helferlein. Nur gut, wenn der Flightpartner vom Golf-Virus aber nicht, wie meine Freundin Eva, vom Selfie-Wahn befallen ist …

Seriöse Golfer wissen es: Auf stumm oder Vibration gestellt darf das Smartphone mit auf die Runde. Mobiles Musikhören beim Golfen ist dagegen verpönt. Gleiches gilt für Telefongespräche und das Nutzen nicht regelkonformer Apps. Erlaubt sind dagegen Erinnerungsfotos und ich finde, mit ein, zwei Bildern der Welt zu zeigen, dass man Spaß am Golfen hat, ist auch okay, aber bei manchen artet es aus. Mit meiner Freundin Eva gehe ich jedenfalls nicht mehr auf den Platz. Seit sie Instagram für sich entdeckt hat, lebt sie nur noch für das nächste Foto. Frei nach Descartes: „Ich werde gesehen, also bin ich!“ ist sie dabei, sich perfekt in Szene zu setzen sowie Likes als digitale Trophäen zu sammeln, und das, Etikette hin oder her, leider auch auf dem Golfplatz.

Schauplatz Golfplatz

Täglich überschwemmen 1,8 Milliarden neue Bilder das Internet. Die Umgebung wird zur Kulisse und Mitmenschen zu dekorativen Möbelstücken, die bei Bedarf ins Bild gerückt werden. „Bitte lächeln am Abschlag!“, „Jetzt grinsen wir auf dem Grün“ – mit Eva mutiere ich von der Flightpartnerin zur Foto-Assistentin. Konzentration und Entspannung ade: Dauernd zückt Eva unhöflich das Smartphone und fordert: „Machst du ein Bild von mir?“ Genauso nervig ist die nachfolgende Verzögerung, denn natürlich muss Eva jedes neue Bild umgehend posten. Bei anderen Sportarten hat die Selfieritis bereits zu Unfällen geführt: Läufer, die bei Wettkämpfen Selbstaufnahmen schossen, brachten damit andere Teilnehmer zu Fall. Aua! Beim Golfen unwahrscheinlich, aber auch hier ist Unaufmerksamkeit fehl am Platz. Kurzum: Ich finde, der Selfie-Wahn hat auf der Runde nichts zu suchen.

Digitale Freiheit auf dem Fairway

Einfach ausschalten und abschlagen: „Golf ist ideal für ein Digital Detox. Es ist eine sehr bewusste, stilvolle Sportart, die in der Natur, in einem entspannten Setting, stattfindet: Der Sport wirkt nachweislich positiv auf Körper und Geist!“, bestätigt mir Dr. Daniela Otto. Die Autorin des Buches „Digital Detox“ weiß: „Digitale Auszeiten helfen, den Körper neu zu starten und Stress zu reduzieren.“ Und genau das macht Golfen aus. Also, alle Evas dieser Welt, genießt auf dem Golfplatz lieber die Natur und den Sport! Ihr werdet sehen: Auch ohne Likes ist viel Freude mit im Spiel. Anerkennung ist euch gewiss und das ganz real – von euren Flightpartnern!

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