Foto: Golf-Park Winnerod.

Golf-Park Winnerod

Golf & gute Laune. Ein Dauerbrenner unter den VcG-freundlichen Plätzen: Seit Jahren erfreut der Golf-Park Winnerod in der Nähe von Gießen die VcG-Spieler mit einer Reduktion von 10,- Euro auf das reguläre Greenfee der 18-Löcher-Anlage, deren Design einen spannenden und erholsamen Golftag mit viel Aussicht verspricht. Für Anfänger und Übungswillige gibt es einen gut gepflegten öffentlichen 9-Löcher-Platz.

Willkommen in Winnerod

Kennst du den? Treffen sich zwei Golfer. Fragt der eine: „Wie sind denn heute die Grüns?“ Sagt der andere: „Keine Ahnung, ich spiele nach Stableford.“ Genau so mies ist mein Spiel Anfang Juli, und ich habe deshalb wenig Lust auf einen unbekannten Platz. Andererseits macht es mir auch nicht viel aus, als der freundliche Mann an der Rezeption meiner Bitte um eine Startzeit sehr professionell mit der Auskunft begegnet, die Grüns würden gerade aerifiziert. Fast verschämt bietet er eine Greenfee-Ermäßigung an. Auf nach Winnerod. Von Frankfurt braucht man angeblich nur 30 Minuten, aber ich komme von Norden und beobachte: Die Anzahl langsam fahrender LKW hat sich seit Juni verdoppelt und irgendwer muss einen Sonderposten „Brückenschäden“-Schilder aufgekauft und hier wahllos verteilt haben. Meine Startzeit ist in Gefahr, aber ein Blick auf den halbleeren Club-Parkplatz (Vorsicht – an Wochenenden sieht das anders aus) lässt Hoffnung aufkommen. Hinter dem Tresen eine freundliche Dame mit Verständnis. Also erstmal einen leckeren Cappuccino von der freundlichen Bedienung im Parkrestaurant – Abschlag eine halbe Stunde später.

Auf den Platz und los

Nach so viel Freundlichkeit werfe ich gut gelaunt einen Blick aufs Gelände – Schreck! Auf dem Höhepunkt der westdeutschen Hitzewelle stehe ich am Fuß einer Erhebung, die noch nicht Berg, aber keinesfalls Hügel ist. Ein Blick in die Runde zeigt die ersten neun Löcher in stetigem Auf und Ab. Breite Fairways, wenig Schatten. Ein Cart muss her. Das Teil hat GPS und blockiert, wenn man dem Grün zu nahe kommt. Das kenne ich von meinem Heimatplatz. Dieses System jedoch malträtiert das Ohr in kurzen Abständen mit einem penetranten Ton, um Infos unterschiedlicher Güte ins Blickfeld zu rücken. Vorsicht bei Straßen und Brücken – OK. Aber die Mahnung zu Pitchmarken und Divots nervt einfach nach der 20. Wiederholung. Und der immer wiederkehrende Hinweis, ich könne zwischen Deutsch und Englisch wählen … Zurück zum Abschlag. Die Markierungen sind etwas verwirrend: Gelb und Rot signalisieren Champion-Abschläge, die Normalos spielen von Blau (Herren) und Orange (Damen). Allerdings gibt es keine Handicap-Begrenzung, der Spieler kann selbst entscheiden, welchen Abschlag er wählt. Entsprechend dem unterschiedlichen Course Rating verändert sich die Spielvorgabe. Ich (-18,1) wähle wegen zurzeit floatendem Momentum Orange und spiele mit 20 Vorgabenschlägen, von Rot wären es sogar 22 – ziemlich beeindruckend!

Erste Halbzeit – Berg und Tal

Bevor ich den ersten Ball versemmeln kann, kommen mir elegant durch die Luft gleitend zwei Störche entgegen. Wenn das kein gutes Omen ist! Deshalb gelingt der Abschlag, und der Ball fliegt, springt, rollt und hoppelt über den trockenen Boden, bis er trotz Steigung eine beachtliche Strecke zurückgelegt hat. Dieser deutliche Sommervorteil wird etwas gemindert durch die Schwierigkeit, die Murmel auf dem harten Grün zum Halten zu bringen. Zumindest muss ich mich nicht um Pitchmarken kümmern. Es weht ein willkommener kühlender Wind, der das Spiel in keiner Weise behindert. Was bergauf geht, geht auch wieder bergab, so wechseln auf den ersten neun Löchern sommerlich weite Schläge gegen den Hang mit luftigen Drives ins Tal. Liegt die Bahn quer zum Hang, ist Taktik gefragt, denn der Ball soll möglichst den Fairway nicht verlassen. Zu dieser Jahreszeit ist schon ein Schlag aus dem strohigen Semi-Rough problematisch, aus dem Rough praktisch chancenlos. Die Grüns sind groß, gut in Schuss und stark onduliert, was den Putter vor besondere Herausforderungen stellt. Eine ausführliche Beschilderung weist den Weg zum nächsten Loch, nur kurz vor dem Grün fehlt schon mal ein Pfeil. Auffällig ist die großzügige Platzgestaltung. Begrenzt von altem Baumbestand schmiegen sich die Bahnen ins Gelände und geben immer wieder den Blick frei auf Taunus und Hohen Vogelsberg. Nach der 9 kommt man am Halfway House und am Clubhaus vorbei. Hier sollte bei Bedarf ein Toiletten-Stopp eingelegt werden. Die Anlage ist zwar an mehreren Stellen mit Baustellen-WCs bestückt, deren Nutzung empfiehlt sich jedoch bei hohen Temperaturen nur in extremen Notfällen. 

Die zweiten 9 – sanfter Ausklang

Wer nur 9 Löcher spielen und dabei zu Fuß gehen will, sollte (was möglich ist) an der 10 beginnen. Es wird flacher. Auf dem Abschlag ein Blick in den Himmel. Kein Storch in Sicht, dafür ein majestätisch schwebender Milan auf Beutejagd, selten sieht man diese Raubvögel so nah. Es quert ein Graben, der auch die 11 halbiert und den Spieler zwingt, sich zwischen Sicherheit und Risiko zu entscheiden. Obwohl gerade, breit und nur 350 Meter lang (Orange), besetzt die 11 die Position als zweitschwerstes Loch völlig zu Recht. Den Löchern 13 bis 17 hat der Architekt verschwenderisch viel Raum gegeben. Die beiden Par-3-Löcher sind gut erreichbar, auf den anderen drei Bahnen kann ich mich noch einmal so richtig austoben – und zwei Bälle verlieren. Ausgerechnet die vom Clubhaus einsehbare 18 verfügt über das einzige echte Wasserhindernis auf dem Platz. Mit etwas Planung und viel Glück gelingt es mir, den Ball rechts und trocken zu halten, nur um auf dem welligen Grün zwei Putts zu verschieben. Egal, die Runde hat trotz mäßigem Spiel richtig Spaß gemacht.

Mit Schönwetter-Garantie

Die Crew ist freundlich und kompetent, der Platz anspruchsvoll, aber nicht unbezwingbar. Der geschickt gestaltete Bahnverlauf ermöglicht Spielern ab PE einen zufriedenstellenden Score und etliche Erfolgserlebnisse. Dem Auge schmeicheln Landschaft sowie verstreute Kunstwerke aus Holz, Stein, Metall. Der Golf-Park Winnerod offeriert eine „Schönwetter-Garantie“: Für jeden vollständig verregneten 9-Löcher-Spielabschnitt wird das Greenfee erstattet.

Tipp: Plane genügend Zeit für die Anfahrt ein und reserviere gegebenenfalls ein Cart (nimm Ohropax mit). Wähle Hitzeperioden für lange Drives und feuchtes Wetter für perfekte Annäherungen. Bleib auf dem Fairway und freue dich nach der Runde auf einen Imbiss. Genieße den Tag.

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