Foto: Golfclub Lauterhofen.

Gastfreundschaft groß geschrieben

Golfclub Lauterhofen. Besucher sind auf fast allen Golfanlagen in Deutschland gerne gesehen. Das Besondere am Golfclub Lauterhofen nahe Nürnberg? Es ist ein Verein, der mit seinem Motto „Golfen mit Freunden“ einerseits Gemeinschaft und Miteinander pflegt und andererseits den Golfsport fördert. Viele Details ergeben ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem sich auch Gastgolfer wohlfühlen – und manchmal staunen.

Anlage mit Ausblick

Guido Hoferer nennt den Golfplatz in Lauterhofen, übrigens Heimat des ersten Golfvereins in der Region, „besonders attraktiv“ und die Übungsanlage „eine der schönsten in Bayern“. Der Clubmanager, den es nach verschiedenen Auswärtstätigkeiten wieder hierhin zurückzog, ist davon überzeugt und hat gute Argumente: Im Umkreis von 60 Minuten Fahrzeit liegen Nürnberg, Erlangen, Fürth, Amberg, Regensburg, Neumarkt und Ingolstadt. Über die A3 und die A6 sowie die B299 ist das Ziel gut zu erreichen. Der 1987 erbaute Platz liegt in der leicht hügeligen Jura-Landschaft an der Grenze zwischen Oberpfalz und Mittelfranken. Das Lindeltal begrenzt die Höhenunterschiede auf 35 Meter, bei einer Gesamtlänge von rund zehn Kilometern könnte man jedoch besonders an heißen Sommertagen eines der brandneuen E-Carts in Erwägung ziehen. Die geschützte Lage erlaubt meist bereits ab Mitte Februar/Anfang März das Spiel auf Sommergrüns, der durchlässige Boden verkraftet Regengüsse erstaunlich schnell – beste Spielbedingungen.

Kleine Grüns, schmale, lange Bahnen und einige Hanglagen erklären den hohen Slopewert (128/135) und fordern besonders Spieler mit langen Schlägen und niedrigem Handicap. Der Durchschnittsspieler kalkuliert einen Schlag mehr bis zum Grün und findet so bequeme Landezonen. Wasser wird nur mit den Teichen an den Bahnen 4 und 12 zum leichten Hindernis, während das riesige Biotop (Betreten verboten!) an Bahn 9 schon manchen Ball unwiederbringlich verschlungen hat. Freundlicherweise ermöglichen die Platzregeln hier mit „Boden in Ausbesserung“ einen straffreien Drop. Und die tolle Übungsanlage? 9-Löcher-Kurzplatz, 40 Plätze auf der Driving Range, acht davon überdacht, Zielringe, zwei Putting Greens, Pitching- und Chipping Green, Übungsbunker und das alles bei grandioser Aussicht, „der schönsten in Bayern, ehrlich!“

Aussicht gibt es auch auf dem Platz reichlich. Während der Blick des Besuchers noch begeistert in die attraktive Ferne schweift, tut sich in unmittelbarer Nähe Erstaunliches. Johannes Berschneider hat mit ungewöhnlicher Baukunst Akzente gesetzt. Bereits 2007 gestaltete der bekannte Architekt, der auch seit 25 Jahren als Platz- und Gebäudewart den Stil der Golfanlage prägt, eine erste „biologische“ Hütte an Bahn 5. Es folgten die Toilette an Bahn 14 und 2015 das „Strohhaus“, eine Schutzhütte mit Wänden aus gepresstem Stroh, auch idealer Ort für kleine Feste mit und ohne Grill, der selbst Raucher nicht abweist. Die Toilettenanlagen aus Eisen, Stahl und Holz fügen sich perfekt in die Umgebung ein. Sie sind echte Hingucker, ohne irgendwie störend zu wirken. und mittlerweile Kult mit eigenem Auftritt im bayerischen Fernsehen.

Bereits 2004 hatte der unkonventionelle Querdenker die Idee, mühsam von Hand zu pflegende Randbereiche des Platzes in die Obhut einer Heidschnucken-Herde samt Bock zu geben. Die zunächst belächelte „lustige“ Idee erwies sich als sensationell nützlich. Wuchernde Schlehenbüsche, die zur Erhaltung der Oberpfälzer Kulturlandschaft ständig zurückgeschnitten oder gerodet werden mussten, werden jetzt fressend kurzgehalten. Die anfallenden Exkremente unterstützen die Entwicklung unterschiedlichster Vegetation. Diese lockt viele Insekten an, darunter Bienen, die mit Hilfe eines Imkers clubeigenen Honig produzieren und die Streuobstwiesen beglücken, die sich wiederum mit Äpfeln für den clubeigenen Apfelsaft bedanken. Der Club revanchiert sich bei den Heidschnucken mit Winterheu und Silage aus dem Rough und bei den anderen tierischen Gästen mit Bienenstöcken (im Biotop, ausreichend weit entfernt von Bahn 9) und Insektenhotels (Bahn 7, 8 und 17).

Gäste willkommen

Alle Übungsanlagen des GC Lauterhofen einschließlich des 9-Löcher-Kurzplatzes sind ohne Vorgabe und kostenfrei nutzbar, lediglich Rangebälle müssen bezahlt werden. Den 18-Löcher-Platz kann man ab Hcp -54 bespielen (Startzeiten nicht erforderlich), ruhigste Zeiten sind frühmorgens und Samstag/Sonntag ab 15 Uhr. Ab April ist das Sekretariat ab 9 Uhr besetzt. Wer außerhalb der Bürozeiten kommt, trägt sich ins Gästebuch ein und hinterlegt das Greenfee in dem bereitliegenden Umschlag. Im Clubhaus bietet eine Lounge Rückzugsmöglichkeiten und mit ihrer TV-Landschaft den direkten Blick auf sportliche Events. Die Gastronomie „Chip INN“ lockt mit einem angenehmen Ambiente und einer großen Auswahl lokaler Spezialitäten. Hotelbevorzuger finden auf der Club-Website eine Reihe von Partnerhotels. Club-Tipp: Gutes Bier aus eigener Brauerei und ein super Golfhotel gibt es beim Winklerbräu in Lengenfeld – aufgrund der hohen Nachfrage unbedingt frühzeitig buchen. Kulinarisch verwöhnt der Hilzhofener Landgasthof Meier. „Toll gemütlich“ – das Landgasthaus Almhof in Neumarkt. Die alte Scheune wurde von Johannes Berschneider umgebaut.

Club für unterschiedliche Spielertypen

Der GC Lauterhofen nimmt noch Mitglieder auf. Wer sich dafür interessiert, trifft auf einen Verein, der Gemeinschaftssinn beweist: Der Erlös des Pro Shops kommt dem Club zugute. Mitglieder kümmern sich ehrenamtlich als Platzaufsicht um Spielfluss und Einhaltung der Etikette. Mit „fox & rabbit“ werden Neugolfer an Turniersport und Handicap herangeführt, günstige Einstiegs- und Aufbaukurse bei einem hochqualifizierten Pro (auch für Golftouristen) fördern die sportliche Entwicklung. Aber man geht auch mit der Zeit. „Der Kunde wählt heute, was ihm passt“, so Guido Hoferer. „Wir bieten also unterschiedliche Golf-Produkte für unterschiedliche Spielertypen an.“

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