Foto: Golfclub Gut Berge.

Golfclub Gut Berge

Wohlfühlen. Die Visitenkarte eines Golfclubs ist das Sekretariat. Hier zeigt sich, ob der Gast als willkommener Sportsfreund, zahlungskräftiger Wirtschaftsfaktor oder störender Fremdkörper empfangen wird. Wer den gemütlichen Vorraum der Golfanlage Gut Berge betritt, fühlt sich sehr herzlich aufgenommen. Und wer ihn in Richtung Abschlag verlässt, ist gut informiert und perfekt ausgestattet für eine schöne Runde Golf.

Kurze Anreise zum Grün

Auf der Karte sieht es aus, als sei die am Rande des Ruhrgebiets gelegene Golfanlage Gut Berge von Autobahnen geradezu umzingelt. Aber dann die Überraschung: Schon nach der Ausfahrt lassen Sie Ballungsraum und Schnellstraße hinter sich und tauchen ein in eine grüne Idylle. Der großzügige Platz berührt eben auch die Ausläufer des Bergischen Landes. Täler, Hügel und Wiesen, umrahmt von alten Bäumen, bestimmen seinen Charakter. Das Gestüt Gut Berge ist seit 300 Jahren in Familienbesitz. Für den Golfsport haben Julia Wehberg und Holger Wietschenk seit 1995 weitläufige Teile umgewidmet. Als Betreiber der Golfanlage kümmern sie sich seit zehn Jahren sowohl um Platzpflege und Ausstattung als auch in gutem Einvernehmen mit dem ansässigen Club um sportliche wie gesellschaftliche Belange. Zuletzt wurde die Driving Range komplett überarbeitet und mit Zielgrüns, Flutlicht sowie mit optischen Entfernungsmessern ausgestattet.

Die Landschaft als Herausforderung

Der Platz hat es in sich. Die Schwierigkeit resultiert nicht aus der Länge, zumindest die Damen kommen bei freundlich nach vorn gesetzten Abschlägen gut zurecht, sondern ist dem Gelände geschuldet. Viele Bahnen neigen sich zur Seite, manche Grüns neigen sich auch. Einige Löcher lassen selbst beim zweiten Schlag keinen Blick auf die Fahne zu und das blinde Spiel sorgt für Erstaunen beim Erreichen der nächsten Hügelkuppe. Mal windet sich ein wild wuchernder Siefen quer zur Bahn und verschluckt den Ball, mal ist das Grün gar nicht da, wo man es vermutet. Und manchmal ist die vorausspielende Gruppe näher, als man denkt. An der 17, einem kurzen Par 4, von Longhittern durchaus mit einem Schlag zu bewältigen, steht deshalb rechts sogar eine Ampel. Nach dem Abschlag schaltet man sie auf „Rot“ und nach Beendigung des Loches auf dem 18. Abschlag wieder auf „Grün“ – falls man es nicht vergisst. Auch die schwer erkennbaren flachkantigen Bunker in den Drive-Landezonen können einem – zumindest bei den ersten Runden – das Leben schwer machen. Hilfe ist jedoch nah, die detaillierte und mit zusätzlichen Angaben versehene Beschreibung auf den Abschlagtafeln (auch an den Damenabschlägen!) vermittelt eine sehr gute Vorstellung des Bahnverlaufs. Die Abschläge in die Täler versprechen nicht nur spannenden Sport, sondern geben den Blick frei auf gepflegte Bahnen, Wildblumenwiesen und die weitgehend unbelästigte Natur ringsum. Kein Wunder, dass das Gelände auch von nicht golfenden Spezies geschätzt wird. Mit Sicherheit treffen Sie einen gelassenen, freundlich lächelnden Riesenfrosch auf der Bank am vierten Tee. Bei meinem Besuch Ende April war das Rough wunderbar anzusehen, sattgrün mit gelben Löwenzahntupfen machte es Schläge abseits des Fairways allerdings zum Glücksspiel – falls ich meinen Ball fand. Dafür war es windstill. Die exponierte Lage der Bahnen kann das Wetter aber durchaus zu einem ernst zu nehmenden Spielfaktor machen. Golfer mit hohem Handicap finden jedoch fast immer eine Möglichkeit, mit einem oder zwei Schlägen mehr sicher aufs Grün zu kommen.

Wandern ist gesund

Das kurze Spiel erfordert etwas Taktik, die Grüns sind zum Teil aufgeschüttet und fallen nach hinten steil ab. Wer nicht sicher hoch anspielen kann, sollte sich auf flache Annäherungen verlegen und den Ball auf dem Grün ausrollen lassen. Gut gemacht sind zudem die scharfen Mähkanten zum Vorgrün, die einen langsam rollenden Ball vor dem Absturz bewahren. Die schöne Hügellandschaft, die großzügige Anlage und die gute Verkehrsanbindung haben ihren Preis: Es geht rauf und runter, einige Wege sind ziemlich lang und die Autobahn manchen Löchern nahe. Für die ersten beiden Belange gilt: (Berg-)Wandern ist gesund, die Betreiber halten jedoch auch E-Carts bereit (Reservierung!). Und mit guter Laune und etwas Phantasie wird selbst aus Motorengebrumm sanftes Meeresrauschen. Nach der Runde empfiehlt sich das Berkenbergs. Der fehlende Blick aufs Grün verhindert zwar die üblichen netten kleinen Lästereien, dafür locken der gemütliche Biergarten, die gastfreundliche Bedienung und die golfgemäße Karte.

Golfen in familiärer Atmosphäre

Vom Golfclub Gut Berge-Grevelsberg/Wetter e. V. schwärmt Julia Wehberg geradezu: die offene, familiäre Atmosphäre, viele aktive Mitglieder mit Spaß am Spiel, gesellig, bodenständig. Blättert man im bunten Clubmagazin, kann man ihr nur zustimmen: Nicht nur in den klassischen Sportgruppen engagieren sich die Gut Bergener, so stammt zum Beispiel die Idee, einen professionellen Rettungswegeplan auszuarbeiten und den Platz entsprechend zu beschildern, aus ihrem Kreis. Darüber hinaus haben sich bereits 48 Mitglieder zu Ersthelfern ausbilden lassen – so ist in Notfällen schnell Unterstützung vor Ort. Überlegungen zur Sicherheit auf dem Platz, basierend auf der Erfahrung der Nutzer, ist auch Teil der neu überarbeiteten Spielordnung. Aber es geht nicht ausschließlich um ernste Themen. Man trifft sich, isst, trinkt, redet zusammen, unternimmt Ausflüge und Reisen. Selbst im Winter finden im Clubhaus Kurse zur mentalen und körperlichen Fitness statt. Dabei ermöglicht ein differenziertes Beitragsmodell erschwingliche Mitgliedschaften. „Golfen unter Freunden“ – die häufig genutzte Floskel scheint Julia Wehberg so zutreffend, dass sie vorsorglich mehrere entsprechende Domain-Namen blockiert hat.

VcG-Spieler willkommen

„Ich finde die VcG gut“, formuliert Julia Wehberg, „ohne sie gäbe es weniger Golfspieler in Deutschland". Deshalb erwarten VcGler auf Gut Berge eine freundliche Aufnahme und das günstigste Greenfee. Außerdem können sie hier auch an der aktuellen Gemeinsam-golfen-Aktion teilnehmen. 

Weitere Infos zum Golfplatz

INFOS ANFORDERN >>