World Handicap System (WHS)

Was es mit dem World Handicap System auf sich hat - Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Ab der Spielsaison 2021 gilt das neue weltweit einheitliche World Handicap System (WHS), die alten EGA-Vorgaben werden durch den so genannten „World Handicap Index“ ersetzt. Wie der berechnet wird und was sich sonst noch ändert, haben wir für euch in aller Kürze zusammengetragen:

Wie berechnet sich der neue Handicap-Index?

Bis zum Saisonstart 2021 werden alle in Deutschland geführten EGA-Vorgaben vom Deutschen Golf Verband in die neuen „World Handicap Indizes“ konvertiert – was sicherlich zu der einen oder anderen Überraschung führen wird. Dies erfolgt auf Basis eines völlig neuen kalkulatorischen Verfahrens. Vereinfacht gesagt berechnet sich der Handicap-Index eines Spielers aus dem Durchschnittswert der besten 8 seiner letzten 20 handicaprelevanten Ergebnisse, die er seit dem Jahr 2017 gespielt hat. Das ist sozusagen die Grundlage der Neuberechnung – aber natürlich erhalten auch diejenigen Spieler, die weniger als 20 Ergebnisse vorweisen können, einen Handicap-Index. Die Berechnung ist dann nur ein wenig komplizierter. Für Spielerinnen und Spieler, die in den letzten 4 Jahren keine vorgabenwirksamen Ergebnisse gespielt haben, ändert sich zahlenmäßig nichts. Denn in diesem Fall wird das alte EGA-Handicap (HPC) einfach in den neuen Handicap-Index (HCPI) überführt. Und was ist mit Spielerinnen und Spielern, die ein „PR“ – also eine Platzreife – haben? Die dürfen sich glücklich schätzen und bekommen im Jahr 2021 einen HCPI von 54,0. Voila!

Was ist sonst noch neu?

Natürlich ist das Wesentliche am neuen WHS, dass sich die Berechnung des Handicap-Index ändert. Es gibt aber noch ein paar andere Neuerungen, die wir für relevant halten.

Handicap-Index wird zentral geführt

  • Mit der Einführung des World Handicap Systems wird der Handicap-Index auf einem Server des Deutschen Golf Verbandes (DGV) in Abstimmung mit dem jeweiligen Heimatclub geführt. Das bedeutet, dass jeder Golfer in Deutschland nach gleichen Kriterien behandelt wird – unabhängig davon, welcher Club sein Heimatclub ist.

Vorgabenstammblatt wird ersetzt

  • Aus dem bisherigen Vorgabenstammblatt wird das „Handicap History Sheet“, in dem alle Ergebnisse erfasst werden und der „Scoring Record“ mit den letzten 20 handicaprelevanten Ergebnissen.

Handicap-Index ist ein Durchschnittswert

  • Die Änderung des Handicap-Indix wird auf Grundlage des Durchschnittswertes der besten 8 der letzten 20 handicaprelevanten Ergebnisse berechnet. Das heißt: Nur die besten 8 Ergebnisse sind für die Ermittlung des HCPI relevant, die schlechten Ergebnisse fallen nicht ins Gewicht.

EDS-Runde bekommt einen neuen Namen

  • EDS-Runden heißen jetzt „Registrierte Privatrunden“. Sie werden weiterhin zur Berechnung des Handicap-Index herangezogen.

Handicaprelevant darf nur in der Hauptsaison gespielt werden

  • Turniere und „Registrierte Privatrunden“ (ehemals EDS-Runden) sind ausschließlich in der Hauptsaison vom 01.04. bis 31.10. handicaprelevant. Nur in Ausnahmefällen ist eine Verbesserung des HCPI in der Nebensaison möglich.

Vorgabenklassen und Pufferzonen gibt’s nicht mehr

  • Die bisherige Einteilung in Vorgabenklassen und die sogenannten „Pufferzonen“, die in Abhängigkeit der jeweiligen Handicap-Klasse bei Turnieren Anwendung gefunden hatten, entfallen.

Aus dem Minus wird ein Plus

  • Die bisherige Minus-Vorgabe, welche die meisten Golfspieler hatten, wird formal eine Plus-Vorgabe (Umtausch der Vorzeichen). Das heißt: Aus einer EGA-Vorgabe von beispielsweise -22,3 wird ein Handicap-Index von  22,3. 

Wo gibt’s mehr Infos?

Der DGV hat ein knapp 3 Minuten langes Video produziert, das einen recht guten Einblick in die Geheimnisse des neuen Handicap Systems gibt: https://www.youtube.com/watch?v=hnaZLgBS804&feature=emb_logo

Wer es noch genauer wissen möchte, schaut am besten auf die Info-Seite des DGV unter https://www.golf-dgv.de/whs/whs-kompakt.html. Der Nachteil: Um Zugriff auf alle Informationen zu bekommen, ist es notwendig, sich zu registrieren.