Foto: Golf BurgKonradsheim e.V. - Idyll im linksrheinischen Raum: Golf Burg Konradsheim

Golf BurgKonradsheim

Heute Wild um die Burg: Auf der Golfanlage BurgKonradsheim kommt es zu allerlei Begegnungen mit heimischem Getier ...

Das wird ebenso wie die menschlichen Gäste auf der Golfanlage BurgKonradsheim willkommen geheißen und man richtet alles zur größtmöglichen Bequemlichkeit her. Nur Wildschweine müssen draußen bleiben.

Konrad und die Burg …

… haben eigentlich nichts miteinander zu tun.  Ersterer war vermutlich ein Franke namens Kunrich und gründete den Ort Konradsheim, an dessen Rand die Wasserburg steht. Deren Erbauer hieß hingegen Arnold. Im Laufe von knapp 800 Jahren wurde das Gebäude ab- und umgebaut, verfiel fast zur Ruine. Anders als in neuerer Zeit Errichtetes leistete die wesentliche Bausubstanz dem Zahn der Zeit jedoch heftigen Widerstand. Deshalb können die modernen Golfenden ihree Runde in ihrem gut restaurierten Schatten beginnen und beschließen. Die alten Mauern beherbergen auch die Clubgastronomie.

Der lange Marsch

Vom Sekretariat bis zum ersten Abschlag sind es nur rund 350 Meter. Erstbesuchenden erscheint der Weg – auch weil das Ziel nicht sofort sichtbar ist – eventuell endlos. Da ist es gut, dass eine werbetreibende Firma vor dem schützenden Tunnel unter einer vielbefahrenen Straße den tröstlichen Hinweis angebracht hat: „Nur noch 150 Meter bis zum ersten Tee, versprochen!“ Und beruhigend, denn die gleiche Strecke führt in umgekehrter Richtung von der 9 zur 10.

Wasser, Wasser

Viel Blau schimmert auf der Scorekarte, denn vier große Teiche dominieren den Verlauf der ersten neun Löcher. So schlimm, wie es auf der Grafik aussieht, ist die Realität jedoch nicht. Das Wasser kommt uns nur an Loch 2, 6 und 8 wirklich in die Quere und lässt sich auch dort mit etwas Strategie leicht um- oder überspielen. Dem Auge bieten die Wasserflächen ein Idyll: Wolken spiegeln sich in den Fluten, große Trauerweiden säumen den Rand und lassen ihre Äste melancholisch herabhängen. Die Seen bieten auch Fremden Asyl: Nilgänse aus Afrika und Nutrias aus Südamerika haben sich hier niedergelassen. Die Wasservögel zeigen sich diszipliniert. Ihr Anflug erfolgt laut warnend in Geschwaderformation, die Landung in Reihe. Erstaunlicherweise bleiben sie in Ufernähe und meiden Fairways und Grüns. Vorsorglich gibt es trotzdem eine Platzregel: „Kothaufen von Wasservögeln gelten als Boden in Ausbesserung.“ Die ursprünglich zur Pelzgewinnung importierte und dann stallflüchtig gewordene Bisamratte zeigt sich hingegen selten. Dabei sind die Tiere nicht schüchtern, aber sie mögen dicht bewachsene Ufer. Und Golfplatznutzer haben leider meist nicht die Muße, ihr putziges Auftreten abzuwarten. Ebenfalls aus Zeitnot bleibt die Frage ungeklärt, ob edle japanische Koi- (mit Barteln) oder dicke Goldfische (ohne) unter der Wasseroberfläche herumflitzen.

Genug Natur

Konzentrieren wir uns lieber wieder auf das Spiel, denn zwei der drei um die 500 Meter langen Par-5-Löcher (6, 9) liegen ebenso auf unserer Route wie ein langer Schlag auf ein bunkerbewehrtes Grün am Ende einer täuschend leicht aussehenden Par-3-Bahn (7). Auf dem Weg zum 10. Abschlag lohnt ein Blick auf das 18. Grün. Von hier ist die Geländestruktur viel deutlicher zu erkennen als vom 18. Abschlag.

Sieben Brücken und ein Reh

Die Landschaft ändert sich. Teiche und Weiden verschwinden. Die zahlreichen Brückchen überspannen nur noch Gräben und kleine Wasserläufe abseits der normalen Flugkurven, während der breitere Rotbach mit ausreichend Abstand parallel zu den Bahnen dahinplätschert. Am linken Fairway-Rand liegt auf (!) einem Busch ein hölzernes Reh, Hinweis auf echte Artgenossen, die hier oft zur Dämmerung, manchmal aber auch mitten im Turniergetümmel den Rasen queren und im Unterholz zwischen den hohen Laubbäumen verschwinden. Jenseits des Baches folgt auf ein kurzes, aber präzise zu spielendes Par-3 (12) das längste Loch der Anlage. 524 Meter (weiß) bis 450 Meter (rot) erfordern drei gute Schläge ins Grün, ein Dogleg im hinteren Drittel könnte sogar zu einer waghalsigen Entscheidung zwischen Lay-up und Angriff verführen. 

 

Der 14. Abschlag markiert den nordöstlichsten Punkt des Platzes. Zurück geht es, vorbei an einem gut bestückten Insektenhotel für diverse Bewohner, wieder über den Rotbach, um das 11. Grün herum und zum 15. Abschlag. Die nächsten drei Bahnen liegen dicht nebeneinander, bitte „FORE“ bei verzogenen Schlägen, auch wenn niemand zu sehen ist – mancher sucht seinen Ball unter trennenden Baumreihen. Der Schlag aufs 17. Grün sieht von weitem schwieriger aus, als er ist. Wenn die Zeit es erlaubt, ist eine vorherige Begutachtung hilfreich.

Finale

Clubmitglieder mögen das Abschlussloch dieser Runde einfach finden (Vorgabe 16). Aber Weg, Bäume, Wasser und der Höhenunterschied machen Schlägerwahl und Strategie für Burg-K-Neulinge nicht einfach. Gut, dass wir eben schon mal einen Blick auf die Umgebung geworfen und festgestellt haben, dass im hinteren Bereich mehr Platz ist, als man vom Abschlag aus sehen kann. Rechts, links oder kurz ist Mist, also furchtlos aufgeteet und den Ball mutig in Richtung Fahne gespielt – dann stimmt Vorgabe 16, ein leichtes Loch mit grandioser Burgkulisse. 

Wissenswert

Der Platz umfasst 18 Löcher (+ 3 Kurzbahnen, ab PE) mit einem Gesamtpar von 72. Der Slopewert variiert zwischen 128 und 132, der CR-Wert zwischen 69,3 (Herren, blau) und 75,7 (Damen, blau) und dokumentiert so einen gehobenen Schwierigkeitsgrad. Gäste können (mit Anmeldung) ab HCPI 54 spielen, und das durchaus erfolgreich, da die hohen Werte vor allem durch die Länge einiger Bahnen bedingt sind. Longhitter:innen werden entsprechend belohnt, falls sie nicht zu übermütig ihren Score wieder aufs Spiel setzen. Große, leicht ondulierte Grüns garantieren Puttspaß, jedoch nicht immer Putterfolg. Der Betreiber stellt vier Teeboxen für fünf Spielstärke-Gruppen zur Verfügung, dabei teilen sich Herren mit HCPI > 26,5 den blauen Abschlag mit Damen mit HCPI < 18,5. Die in einer Ebene gelegene Anlage ist bequem zu laufen, einige Zwischenstrecken erfordern Ausdauer. Gäste spielen am Happy Monday oder After Work besonders günstig. Es gibt eine ganze Reihe von offenen Turnieren und für VcGler ein attraktives Greenfee-Angebot.

Achtung:

Wegen des Sommerhochwassers sind Abschnitte der Autobahnen 1 und 61 ganz oder teilweise gesperrt. Die Anfahrt zur Golfanlage BurgKonradsheim erfolgt deshalb vermehrt über Bundes- und Landstraßen und dauert etwas länger.