Foto: istock.com/George_Rudy - Es gibt viele Möglichkeiten, Golf zu spielen ...

Golf extrem

Wer beim Wort „Golfturnier“ nur langweilige Bilder im Kopf hat, der irrt sich. Und zwar gewaltig.

Nicht nur weil ja die eigene Performance jeder Veranstaltung einen besonderen Thrill geben kann und sich auch mit schriller Bekleidung Farbe in jedes Spiel bringen lässt, wie John Daly beweist, sondern auch weil ein Golfturnier per se kein spaßbefreites Ereignis ist. Im Gegenteil. 

Kopfkino und Körpereinsatz

Der Golfsport hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Einst als eher uncool verschrien, ist er heute eine beliebte Freizeitaktivität, die mittlerweile auch zahlreiche Fun-Varianten wie Disc Golf, Fußball- oder Speed Golf kennt – und verrückte Turniere. Man denke zum Beispiel an die Fatty Golf Open mit einem Mindestgewicht von 113 Kilogramm pro Teilnehmer oder an das FKK-Turnier „Nude Golf International“ in Marlborough, Neuseeland, bei dem nackte Tatsachen geschaffen wurden. Auch als Hingucker bekannt: Das Ujena Jam Golf Tournament in Mexiko, bei dem jeder Flight von einem Bikini-Girl begleitet und angefeuert wird. (Schnee)bedeckter geht es dagegen beim jährlichen „Golf on Snow“-Turnier in Südtirol zu, das mit roten oder grünen Bällen auf Schnee- und Eisflächen die Blicke auf sich zieht. Auch beim „World Hickory Championship“ in Schottland ist Textil im Spiel: Gegolft wird in Bekleidung wie von anno dazumal und mit original Hickory-Schlägern. 

Korrekt und kurios

Doch warum in die Ferne schweifen. Korrekt bekleidet und dennoch kurios golft es sich auch hierzulande: beim HuLoPo, dem einzigen 100-Löcher-Turnier der Welt. An einem Tag gespielt, wohlgemerkt! Das finde ich viel Beachtenswerter als das Nackedei-Turnier & Co. in Neuseeland, Mexiko oder irgendwo. Ist natürlich Ansichtssache! ;-) 

From dusk till dawn 

Der Golf-Marathon im Hamburger Golf-Club e.V. Falkenstein wurde vor über 50 Jahren als verrückte Idee geboren. Maximal 36 Extremgolfer mit HCPI 15,4 oder besser kommen seitdem jährlich ins Spiel. Kanonenstart ist um 4:30 Uhr, Spielschluss mit Sonnenuntergang. Das Turnier der Superlative durchzuhalten sei vor allem Kopfsache, verrät ein Insider. Mein Kopf macht schon bei dem Gedanken an das stundenlange Spiel dicht. Neun Löcher im Bikini – das wäre schon eher etwas für mich, aber dann bitte in Mexiko!