Verdammt schönes Spiel!

Der Wind, gemeine Breaks auf dem Grün, schlechte Ball-Lagen oder eine miese Performance – Golfen ist oft genug wirklich zum Aus-der-Haut-fahren. Selbst Profi-Golfer verlieren bisweilen die Contenance und schmeißen mit Schlägern und Schimpfwörtern um sich. Dabei haben Kraftausdrücke und Temperamentsausbrüche laut Etikette auf dem Golfplatz nichts zu suchen, und das hat seine Gründe …

hönes Spiel! Foto: Ryan Jorgensen-Jorgo / Shutterstock.com.Mir ist egal, dass Menschen, die viele Schimpfwörter nennen können, überdurchschnittlich intelligent sind, wie es Wissenschaftler am amerikanischen Marist College für Social and Behavioral Sciences in einer Studie nachwiesen. Auch dass das verbale Wüten schmerzlindernd wirke und ein Zeichen besonderer Ehrlichkeit sei, ist wissenschaftlich belegt. Auf dem Fairway ist Fluchen dennoch fehl am Platz. Auf Ruhe und Disziplin kommt es an.

Leider trifft man oft genug auf Heißsporne (sich selbst bisweilen eingeschlossen), die ihre Emotionen nicht im Griff haben. Und das ist schade, da so nicht nur die Flightpartner den Spaß am Spiel verlieren, sondern auch der Golfer selbst. Denn mentale Denkmuster, auch negative, können sich bei regelmäßiger Wiederholung langfristig verfestigen, das bedeutet: Wenn ich fluche und schlechte Schläge dadurch mit destruktiven Emotionen verbinde, bleiben mir diese Schläge eher im Gedächtnis als „nicht-befluchte“, also unkommentierte. In einer ähnlichen Spielsituation kommen die schlechten Gefühle wieder ins Bewusstsein und beeinflussen mein Spiel. Experten raten deshalb zu einer positiven Grundeinstellung: Schlechte Schläge sollen mit so wenigen Emotionen wie möglich verbunden und Demut vor der eigenen Fehlbarkeit geübt werden. Wenn’s doch so einfach wäre.

Immer schön lächeln

Auf jeden Fall ist Geduld gefragt. Täglich erneuert sich nur ein Prozent der menschlichen Zellen, inklusive der Gehirnzellen. Erst nach circa drei Monaten ist man, laut Internet, ein komplett überholter Mensch und so viel Zeit muss man sich auch geben, um neue Denkmuster und Verhaltensweisen unterbewusst zu etablieren. Experten raten deshalb: Versuchen Sie, drei Monate lang jeden misslungenen Schlag mit einem Lächeln zu quittieren, nach dem Motto: „Ich bin viel besser, als das, was ich eben gezeigt habe!“ Fluchen ist tabu! Schlägerschmeißen sowieso.

Und wenn Sie mit einem Wüterich auf der Runde sind, keep cool. Erzählen Sie ihm, was Sie gerade gelesen haben und wenn er sich gar nicht beruhigt, bitten Sie ihn, wenigstens italienische Schimpfwörter zu verwenden. Die klingen melodiös und nach Sommer, Sonne und dolce vita. Wie viel positiver als ein gefluchtes „Verdammt!“ ist doch ein „Mamma mia!“

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