Handspiel

Nicht nur die Hand Gottes, nein auch die Menschenhand ist ein Meisterwerk. Sie ist sogar ein wahres Wunderwerk der Natur, lese ich mit Staunen. Biomechaniker preisen sie als das komplexeste und komplizierteste System aller menschlichen Körperteile. Ich betrachte meine „Greiforgane der oberen Extremitäten“ plötzlich mit neuem Respekt und Interesse.

Handspiel. Foto: Bruno Weltmann / Shutterstock.comWikipedia verrät mir: 27 Knochen hat jede Hand und in der Regel fünf Finger mit 14 Fingerknochen, dazu 33 Muskeln und 22 Achsen – das muss man, und vor allem frau, erstmal koordiniert bekommen. Kein Wunder, dass es bei mir mit dem perfekten Abschlag nicht klappen will. Meine zickigen Wunderwerk-Hände sind Schuld. Natürlich.

Bislang habe ich ihnen einfach nicht genug Beachtung geschenkt. Die fleischlichen Helferlein sind eben immer schon immer dabei. Mal spröde und rauh, aber oft auch weich und anschmiegsam, auf jeden Fall immer für mich da – nur völlig unterschätzt habe ich sie.

Dabei sind Hände so toll: Laut Guiness-Buch der Rekorde misst die längste Männerpranke 32,3 Zentimeter und die längste Frauenhand 25,5 Zentimeter. Egal wie groß, die fingerbestückten Arm-Enden sind unverzichtbare Begleiter: Vom Kraftgriff über den Präzisionsgriff bis hin zur Faust und flachen Hand – vieles geht nur mit ihnen leicht von der Hand! Für fast alle Arbeiten mit oder ohne Werkzeuge werden die Hände genutzt, auch zur Informationsübermittlung, zum Zeigen, Tippen, Schreiben, für Gesten, Gebärdensprache und fürs Zählen sowie last but not least im Sport. Ohne Hände funktioniert zum Beispiel kein Klettern, Ball-, Schwimm- und Golfsport. Etwa 25 Millionen Mal werden die Finger einer Hand im Laufe eines Lebens gebeugt und gestreckt. Ich bin beeindruckt!

Hände sind überall – allein in Deutschland an die 164 Millionen! Die Wirtschaft hat sich darauf eingestellt: Von Pflegeutensilien (Handcreme), Schützern (Handschuhe), Sportgeräten (Handball) und -Accessoires (Handtuch) bis hin zu Reisebegleitern (Handkoffer, Handtasche) – vieles gibt es speziell nur für die Hände und vieles geht ohne sie nicht. Kein Handlesen, Handgemenge, Handwerk, Handkuss, Händeschütteln und Handschlag funktioniert ohne sie.

Richtig wichtig sind die Hände – und so empfindsam: Jede Hand besitzt 17.000 (!) Fühlkörperchen, die Druck-, Bewegungs- und Vibrationsreize aufnehmen – das sind 140 pro Quadratzentimeter! Ist ja enorm. Langsam dämmert es mir, warum es mit dem Golfen und mir bislang so schwierig war: An Ehrgeiz und gutem Wille liegt es nicht (zum Thema Talent möchte ich mich hier nicht äußern), die Hände waren einfach nicht richtig im Spiel! Ich habe die Sensibelchen nicht genug an die Hand genommen.

In Watte werde ich sie auch künftig nicht packen, aber ab sofort besonders liebevoll behandeln und ihnen insgeheim gut zureden. Meinetwegen auch Streicheleinheiten geben. Dann klappt das Golfspielen sicher besser und ich habe ein glückliches Händchen im Spiel, noch besser zwei.

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