Golf – der verkannte Sport

Um den Golfsport ranken sich viele Mythen und Vorurteile: Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) räumt mit den acht häufigsten Irrtümern auf.

Irrtum 1: Golfen ist ein Zeitfresser

Wer meint, eine Runde Golf muss wenigstens 5 Stunden dauern, der irrt. Denn mittlerweile kann man auf den meisten Golfanlagen in Deutschland auch eine schnelle Runde über 9 Löcher spielen. „Ein geübter Golfer kann eine 9-Löcher-Runde bereits in gut 90 Minuten absolvieren, also volles Golfvergnügen genießen ohne zu viel Zeit zu investieren“, so VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Sowohl an Wochenenden als auch an Werktagen bieten immer mehr Clubs auch offene Wettspiele über die kurze Distanz an. „Besonderer Beliebtheit erfreuen sich After-Work-Turniere, die zu einer entspannten Feierabendrunde einladen“, so Paeke.

Irrtum 2: Golfen ist teuer und kompliziert

Der Golfsport ist preiswerter als viele denken: Neulinge können bereits ab 19,- Euro einen Schnupperkurs belegen. Das Spielen auf öffentlichen Kurzplätzen geht ab 10,-Euro los. Ein Ballkorb auf der Driving Range ist bereits ab 2,- Euro zu haben. Die Nutzung von Übungsanlagen zum Putten, Chippen und Pitchen ist oft sogar kostenfrei. Auch die Teilnahme an einem DGV-Platzreife-Kurs ist bezahlbar: Los geht’s ab 149,- Euro. Wer ernsthaft in den Golfsport einsteigen, sich aber nicht gleich an einen Club binden möchte, ist für einen Jahresbeitrag von 195,- Euro bei der VcG gut aufgehoben. Das Besondere: Die Clubfreien golfen ausschließlich gegen Gebühr (Greenfee) – das heißt, sie zahlen nur, wenn sie spielen. Auch die Ausrüstung ist erschwinglich: „Ein kompletter Schlägersatz inklusive Golfbag ist schon für unter 300,- Euro zu haben“, weiß Paeke.

Irrtum 3: Spießige Kleidung ist Pflicht

Bundfaltenhose und Pullunder auf dem Golfplatz sind Relikte vergangener Zeiten. Viele Golfclubs und -anlagen haben ihre Kleideretikette inzwischen gelockert und erlauben bequeme, funktionelle Freizeitkleidung, zum Teil sogar Jeans. Heute kommen Golfer in der Regel mit sportlich-legerer Kleidung ins Spiel. Ärmel- und kragenlose Shirts, Shorts, Trainingsanzüge und zu viel Haut sind aber nicht gern gesehen.

Irrtum 4: Golf ist kein Sport

Wer dies behauptet, hat noch nie ernsthaft Golf gespielt. Golf macht fit: Auf einer 18-Löcher-Runde werden zwischen 100 und 200 Schwünge absolviert und – auch bei widrigen Wetterbedingungen – bis zu zehn Kilometer zurücklegt, bei denen der Trolley gezogen oder die Golftasche getragen wird. Die ganzkörperliche Beanspruchung verbraucht im Durchschnitt 1.200 Kilokalorien. Neben Kreislauf und Atmung wird die Rumpfmuskulatur trainiert und die Funktionen des Gehirns geschult. Auch ein therapeutischer Effekt bei zu hohem Cholesterin oder Bluthochdruck ist gegeben.

Irrtum 5: Golf ist ein Rentnersport

Weit gefehlt: Golf ist ein Sport für die ganze Familie und jedes Alter: „In der Jugend begeistert die Dynamik, mit Mitte Zwanzig oder Dreißig steht dann eher die mögliche persönliche Höchstleistung im Mittelpunkt“, so PGA Master Professional Peter Koenig: „In der Mitte des Lebens fasziniert die taktische Herausforderung, mit begrenzteren Mitteln gut zu scoren, und später sind die Freude an der Bewegung und das Spiel in der Natur meist am wichtigsten.“

Irrtum 6: Golf macht nur Spaß mit gleich starken und gleich alten Spielern

Nein, die Regeln des grünen Sports gleichen Leistungsunterschiede aus. Auf Grund des individuellen Handicaps, das die Spielstärke eines Spielers bei der Berechnung des Ergebnisses berücksichtigt, können Anfänger problemlos mit erfahrenen Spielern auf die Runde gehen – und sich sogar im fairen Wettbewerb miteinander messen.

Irrtum 7: Golf – das ist eine Männerdomäne

Golf ist kein Kraft- und Männersport, sondern es kommt hauptsächlich auf die richtige Technik an. Für Frauen ist der grüne Trendsport deshalb nicht minder attraktiv. In den letzten zehn Jahren stieg die Anzahl der Golferinnen in Deutschland kontinuierlich: Heute sind rund 37 Prozent der knapp 640.000 im Deutschen Golf Verband (DGV) organisierten Golfspieler weiblich.

Irrtum 8: Golfen ist langweilig

Von Langeweile keine Spur: Wer aktiv dabei ist, merkt schnell, wie wichtig Strategie, Taktik und gute Nerven im Golfsport sind. Vor jedem Schlag gilt es, sich Gedanken über die Schlägerauswahl und die Vorgehensweise zu machen, um geschickt über die Runde zu kommen. Bunker und Wasserhindernisse, die wechselnden Wetterbedingungen, das Verhalten der Spielpartner, die verschiedenen Bahnen und unterschiedlichsten Golfplätze bundes- und weltweit machen jedes Golfspiel aufs Neue interessant. Es ist zudem üblich, mit bis zu vier Spielern einen Flight zu bilden – das ist nicht nur kommunikativ, sondern sorgt auch für gemeinsamen Spaß auf der Runde. „Golf ist eine der kommunikativsten Sportarten überhaupt“, bestätigt PGA Master Professional Peter Koenig: „Während einer Runde bieten sich immer wieder Gelegenheiten, sich zu unterhalten, das Spiel zu analysieren und die Taktik für die nächste Bahn zu besprechen. Das kann wohl kein anderer Sport von sich behaupten.“

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