Frauen und Golf: Eine runde Geschichte

Kochlöffel, Nudelholz, Golfschläger – dem Klischee nach schwingen Frauen so einiges und dies mit Begeisterung: Die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) hat Wissenswertes aus der Welt des Damen-Golfs zusammengetragen.

Vom 18. bis 20. September findet das weltweit größte Frauen-Golfturnier, der Solheim Cup, zum 25. Mal statt: „Erstmals wird der golfsportliche Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA hier in Deutschland ausgetragen“, freut sich Marco Paeke, Geschäftsführer der VcG, die das Mega-Event als offizieller Förderer unterstützt. Wie gut das weibliche Geschlecht und der Golfsport zusammenpassen, zeigt ein Blick in die Historie:

1. Frauen spielen königlich

Als erste dokumentierte Golfspielerin gilt Katharina von Aragon (1485 – 1536), Königin von England und erste Gattin von Henry, dem VIII., die nachweislich schon 1514 den Schläger schwang.1 Schottlands Königin Mary I. (1542 – 1587) war ebenfalls eine begeisterte Golferin. Dass sie wenige Tage nach der Ermordung ihres Mannes, Lord Darnley, wieder golfte und generell lieber spielte als regierte, brachte sie in die Kritik ihres Volkes. Auf Mary I. geht der Ausdruck „caddy“ zurück: Die hohe Dame bezeichnete ihre Assistenten als „cadets“, so die Überlieferung.2

2. Frauen organisieren sich

In den 1860er Jahren formierten sich in Großbritannien die ersten Golfclubs für Damen, der erste in St. Andrews: Am 5.9.1867 wurde der „St. Andrews Ladies‘ Putting Club“ exklusiv für Frauen gegründet. Ihr Spiel war aber auf das Putting Green beschränkt, was die Anstrengung verringern und den Spielspaß erhalten sollte.3

3. Frauen powern auf dem Grün

Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist die beste Golferin im Land? Schon im 18. Jahrhundert sollen in Großbritannien die ersten Damen-Golfturniere stattgefunden haben und jährlich zwischen den Fischfrauen von Musselburgh und Fisherrow ausgetragen worden sein.3 Das erste Damen-Golfturnier Amerikas wurde 1894 über 7 Löcher in Morristown, New Jersey, durchgeführt.2

4. Frauen am (Bügel-)Eisen aktiv

Heute ist nicht Schottland oder England das Frauen-Golfland Nummer Eins, sondern Deutschland: Rund 37 Prozent der knapp 640.000 registrierten Golfer hierzulande sind, dem Deutschen Golf Verband (DGV) zufolge, weiblich. Deutschland ist damit unter den zehn größten Golfnationen Europas das Land mit den meisten Golfspielerinnen – weit vor Schottland (12,4 Prozent) und England (13,9 Prozent), wie eine aktuelle Statistik der European Golf Association (EGA) belegt. "Im Frauen-Golf ist Deutschland im europäischen Vergleich überraschend fortschrittlich", erklärt VcG-Präsident Dr. Wolfgang Weikert. "Aber das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft!"

5. Frauen überraschen

Immer wieder sind es Frauen, die mit spektakulären hole-in-ones punkten. So gelang Marie Robie 1949 das längste hole-in-one einer Frau auf dem Furnace Brook Course, Wollaston, Massachusetts (USA) über sensationelle 393 Yards (359,35 Meter).4 Gleich zwei hole-in-ones (177 yards = 161,84 Meter und 108 yards = 98,75 Meter) in einer Runde schaffte 2013 Kassandra Komma von der Oakland University.5 Als älteste Golferin, die je ein hole-in-one auf einem Turnierplatz schaffte, wurde 2007 die damals 102 Jahre alte Elsie McLean in Kalifornien gefeiert, der diese Meisterleistung über 91 Meter gelang.6

6. Frauen erreichen Millionen

Dass sich das Spiel mit dem kleinen, weißen Ball lohnt, weiß auch die Damenwelt: Die zurückhaltende, im Wettkampf jedoch knallharte Australierin Karrie Webb war 1996 die erste Golferin, die in einer Saison über 1 Million Dollar verdiente.2

7. Frauen als junge Energiebündel

Michelle Wie aus Hawaii, eine der bekanntesten Golferinnen weltweit, qualifizierte sich schon im Alter von nur 12 Jahren für ein Profi-Turnier der Ladies Professional Golf Association (LPGA). Sie ist die jüngste Frau, die jemals an einem LPGA-Turnier teilnahm.7 2003 gewann sie, laut Wikipedia, als jüngste Golferin der Geschichte die Women’s Amateur Public Links und ging 2004 erstmals bei einem Herrenturnier, den Sony Open in Hawaii, an den Start.

8. Frauen in fremdem Revier

2003 sorgte die Teilnahme von Annika Sörenstam an dem Herren-Golfturnier der Professional Golf Association (PGA) in Fort Worth für Aufruhr. Es war der erste Auftritt einer Frau bei einem Männerturnier seit 58 Jahren. Viele männliche Profis waren davon alles andere als begeistert.8

9. Frauen doppelt erfolgreich

Die 1957 in Kalifornien geborene, mehrfach ausgezeichnete US-amerikanische Profi-Golfspielerin Nancy Lopez ist die erste und einzige Golferin, die in einer Saison, 1978, sowohl den Titel „Rookie of the year“ (Neuling des Jahres) als auch den Titel „Player of the year“ (Beste Spielerin des Jahres) erhielt.9

10. Frauen professionell am Ball

Viele klassische Männerdomänen sind mittlerweile durch die Frauenwelt erobert worden, auch der Profi-Golfsport. So sind heute bereits 23 Prozent aller Profi-Golfer weiblich, darunter ebenso schöne wie erfolgreiche Golferinnen wie Sandra Gal und Maria Verchenova.10

Quellen:

1 www.golfsport-online.us/frauen-golf/
2 www.womensgolfandtravel.com/history-womens-golf/
3 Robert Sidorsky „Golf Tag für Tag“, 2009
4 www.sandystephengolf.co.uk/interesting-facts/
5 www.theoaklandpress.com/general-news/20130503/oakland-university-golfer-hits-two-holes-in-one-in-same-round-with-video
6 www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/seniorenrekord-102-jaehrige-golferin-schafft-hole-in-one-a-476176.html
7 www.levo.com/articles/lifestyle/women-in-golf-history
8 www.rp-online.de/sport/andere/frau-soerenstam-schreckt-die-maennerwelt-aid-1.1576067
9 www.factmonster.com/ipka/A0768372.html
10 www.southglenncc.com/10-fun-facts-about-golf-you-probably-didnt-know

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