Deutschland tickt wieder anders

Zurück in die Vergangenheit: Am 25.10. werden die Uhren auf die Normalzeit, die Winterzeit, umgestellt – mit zum Teil fatalen Folgen für Mensch und Tier. Die Vereinigung clubfreier Golfspieler e. V. (VcG) hat Wissenswertes rund um den Dreh an der Uhr zusammengetragen.

Carpe diem – nutze den Tag: Der kommende Sonntag ist durch das Umstellen der Uhren eine kostbare Stunde länger. Das bedeutet: Mehr Zeit fürs Schlafen, mehr Zeit mit der Familie, mehr Zeit zum Golfen. Doch nicht jeder jubiliert…

Keine Begeisterung bei Frauen und Westdeutschen

Laut einer Umfrage der „Bild am Sonntag“ ist die Hälfte der Westdeutschen vom Uhrenumstellen genervt, aber nur 38 Prozent der Ostdeutschen ist sie lästig. Vor allem die Frauen meckern: 52 Prozent von ihnen sind nicht mit dem halbjährlichen Zeitwechsel einverstanden. Bei den Männern trifft dies nur auf 43 Prozent zu. Die Jüngeren sind dagegen entspannt: Von den 14- bis 29-Jährigen haben 74 Prozent nichts gegen die Zeitumstellung.

Gefahr für Leib und Seele

Viele Menschen, vor allem Babys, Kinder und Senioren, reagieren sensibel auf den veränderten Tagesrhythmus. Sie brauchen einige Tage, um sich an die neue Zeit zu gewöhnen. Einer Umfrage der DAK-Gesundheit zufolge klagen 30 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer nach der Zeitumstellung über kurzzeitige, gesundheitliche Probleme wie Schlappheit, Einschlaf- und Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Verdauungsprobleme, depressive Verstimmungen und Konzentrationsmangel.

Tiere kommen aus dem Takt

Auch auf die Tierwelt hat die Zeitumstellung Auswirkungen: Kühe brauchen ein bis zwei Wochen, um sich auf die veränderte Melkzeit einzustellen. Die Änderung der Fütterungszeit verwirrt viele Stubentiger und für manche Spezies hat die Zeitumstellung sogar lebensgefährliche Folgen: So weist die Deutsche Wildtierstiftung auf ein größeres Risiko für Wildunfälle in der Winterzeit hin. Autofahrer sollten in der Winterzeit also besonders auf tierische Flitzer achten.

Dienst nach Plan statt Mütze voll Schlaf

Da die Zeitumstellung immer nachts erfolgt – zur Winterzeit wird von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt – verschlafen die meisten Menschen das Ereignis. Wer aber nachts arbeitet, hat Pech: Er muss jetzt eine Stunde länger seinen Dienst tun. Oft können durch die Zeitumstellung auch die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten werden. Individuelle Regelungen und Sonderdienstpläne helfen, das Chaos bei der Bahn und im Schichtdienst einzudämmen.  So werden zum Beispiel Züge, die von 2 bis 3 Uhr mit längerer Wegstrecke unterwegs sind, für eine Stunde an einem geeigneten Bahnhof angehalten. Sie kommen laut Fahrplan pünktlich am Ziel an, Zugführer und Bahnmitarbeiter waren aber tatsächlich eine Stunde länger im Dienst.

Fette Beute statt flauer Bilanz

Einige Menschen spornt die Zeitumstellung zu großer Aktivität an: So sind die Einbrecher in der Winterzeit besonders umtriebig und erfolgreich. Die frühe Dämmerung kommt ihnen gelegen. Anderen Berufszweigen beschert die Winterzeit dagegen eher Umsatzeinbußen: Friseuren und Betreibern von Mani- und Pediküre-Salons vermiest sie häufig die Bilanz, denn jetzt wachsen Haare, Zehen- und Fußnägel langsamer. Grund sind die schlechtere Durchblutung und das fehlende Sonnenlicht, das in der Sommerzeit positiv auf den Biorhythmus wirkt und das Wachstum anregt.

Golfspielen trotz Dunkelheit

Durch die Zeitumstellung wird es jetzt abends früher dunkel. Das bedeutet eine Beeinträchtigung abendlicher, vor allem sportlicher Freizeitaktivitäten. Die Runde über den Golfplatz ist nach Feierabend nun nicht mehr im Hellen möglich. „Einige Golfanlagen haben sich darauf eingestellt und ermöglichen in der Winterzeit durch Flutlicht das Trainieren auf der Driving Range“, weiß VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Der „Carya Golf Club“ in Belek (Türkei) bietet sogar einen vollständig beleuchteten Golfplatz, der zu einer nächtlichen Runde einlädt.

Geburten zwischen den Zeiten

Durch die Zeitumstellung gibt es die Stunde von 2 bis 3 Uhr am 25.10. zwei Mal. Wird ein Kind in der Sommerzeit um 2:25 Uhr geboren, erhält seine Geburtszeit auf der Geburtsurkunde die Kennzeichnung „2:25 Uhr A“ oder „2:25 Uhr MEZ/S“. Kommt es nach der Umstellung, also in der Winterzeit, um 2:25 Uhr zur Welt, wird dies durch „2:25 Uhr B“ oder „2:25 Uhr MEZ“ gekennzeichnet.

Aufschwung nach der Umstellung

Menschen, die Probleme mit der Zeitumstellung haben, so raten Experten, sollten den Tagesrhythmus sanft umstellen, zum Beispiel indem Mahlzeiten stückchenweise verschoben werden. Um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten, sollten sie auf leichte Kost setzen. Auch Sonnenlicht, Spaziergänge und moderater Ausdauersport kann die innere Uhr wieder ins Lot bringen. Sogar eine Reise in den Süden hilft: So verabschieden sich jetzt immer mehr Golfer in wärmere Gefilde, um auf den Kanaren oder in exotischen Destinationen wie Mexiko, Mauritius und den Vereinigten Arabischen Emiraten an ihrem Spiel zu feilen.  „Es muss aber nicht immer gleich eine (Golf-)Reise sein“, so VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. „Jeder sollte, wenn er sich auf den neuen Tagesrhythmus eingestellt hat, für sich überlegen, wie er die Zeitumstellung und Winterzeit am Besten für sich nutzt.“

Quellen:

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