Bewegung macht dem Zucker Beine

Millionen Deutsche leiden an Diabetes, darunter auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Doch moderater Sport wie zum Beispiel das Golfspielen bringt Erkrankte in Schwung und wirkt sogar präventiv, erfuhr die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) jetzt von Sportwissenschaftler Professor Ingo Froböse.

In Europa sterben jährlich 1,2 Millionen Menschen, weil sie sich zu wenig bewegen. Auch Deutschland ist ein Land der Stubenhocker: 85 Prozent der Bundesbürger sind körperlich nicht aktiv genug.* Mit fatalen Folgen: Bewegungsmangel und falsche Ernährung führen zu Übergewicht und Herz-Kreislauf-Beschwerden und können auch das Risiko für Krebser-krankungen erhöhen. Der ungesunde Lebensstil erhöht das Risiko für ein metabolisches Syndrom, die Vorstufe von Typ2-Diabetes, um 73 Prozent.** Schon jetzt sind über 6 Millionen Deutsche Diabetiker. Das sind 38 Prozent mehr als 1998. Jeden Tag kommen fast 1.000 Neuerkrankungen hinzu. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren leiden an der chronischen Stoffwechselstörung.*** Die nichtinfektiöse Volkskrankheit gilt als ernsthafte weltweite Bedrohung. „Diabetes ist inzwischen zu viel mehr als einer Alterskrankheit geworden. Durch den stetig wachsenden Bewegungsmangel hat sich speziell Typ2-Diabetes zu einer Zivilisations- oder besser ‚Lebensstil‘-Krankheit entwickelt, die sich durch fast alle Altersschichten zieht“, weiß Professor Ingo Froböse. Umso wichtiger ist die Aktivität: „Jede Art der moderaten Bewegung, und dazu zählt in jedem Fall auch Golf, ist gut!“, so Froböse.

Golf gegen Diabetes

Zuckerkranke sollten sich fit halten, denn Sport tut ihnen auf vielfache Weise gut: Er steigert die Lebensqualität, entspannt, senkt die erhöhten Blutzuckerwerte und reduziert Fettdepots bei einer bedarfsorientierten Ernährung. Die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems beugt Erkrankungen des Blutgefäßsystems vor, zu denen vor allem Typ1-Diabetiker neigen.**** Je mehr sich Menschen, vor allem mit Typ2-Diabetes, bewegen, desto weniger Medikamente oder Insulin brauchen sie.***** „Grundsätzlich können Diabetiker jeder körperlichen Betätigung nachgehen. Besonders günstig sind für die Betroffenen Belastungsformen mit einem großen Stoffwechseleffekt“, so Froböse. „Ideal sind Ausdauerbelastungen wie zum Beispiel Radfahren, Laufen, Walken. Auch Golfen ist ein moderates Konditionstraining, das über mehrere Stunden große Muskelgruppen aktiviert und das Stoffwechselorgan Muskel fördert.“ Das Training hat einen direkten Effekt auf den langfristigen Blutzuckerwert.**** „Insbesondere für Menschen mit Typ2-Diabetes ist Ausdauersport deshalb wichtig“, so Froböse.

Die Wirkung einer 18-Löcher-Golfrunde ist nicht zu unterschätzen, betont der Experte: „Ähnlich wie beim Joggen kann durch regelmäßiges Golfspielen die Reduktion von Diabetes-Medikamenten erwirkt werden. Außerdem werden zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck minimiert und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Die schnellkräftigen Bewegungen beim Schlagen und die Fußmärsche zwischen den Löchern sorgen für einen positiven Effekt auf den Organismus.“ Golf ist zudem ein Sport, der unabhängig von der Spielstärke und vom Alter problemlos mit anderen ausgeübt werden kann. Das motiviert und hat für Zuckerkranke auch den Vorteil, dass im Notfall jemand Hilfe holen kann. Darüber hinaus macht die Aktivität glücklich, wie eine Untersuchung der Expertin Dr. Petra Sommer belegt: Das Golfspielen senkt den Cortisol-Spiegel erkennbar und lässt Serotonin- und Dopamin-Spiegel (Entspannungs- und Glückshormon) steigen.****** Die Bewegung hilft bei depressiven Verstimmungen, an denen jeder dritte Zuckerkranke leidet.*****

Diabetes aktiv vorbeugen

Mit Bewegung kann man sich vor vielen Krankheiten schützen, vor allem wenn man zu einer Risi-kogruppe gehört, sprich zu viel wiegt, zu hohen Blutdruck und zu hohe Blutfettwerte hat.***** So belegen mehrere Studien, dass Menschen mit einer verminderten Glukosetoleranz  dank sportlicher Aktivität sehr viel seltener eine Diabeteserkrankung entwickeln, vor allem wenn sie auf eine gesunde Ernährung achten.**** „Besonders vorbeugend gegen Diabetes wirkt regelmäßiger, moderater Ausdauersport“, bestätigt Sportwissenschaftler Froböse. „Die Muskulatur ist unser größtes Stoffwechselorgan. Dieses zu trainieren, dient insbesondere der Diabetes-Prävention, denn Muskeln sind der wichtigste Garant, dass Zucker verbrannt wird. Sie wirken der Insulinresistenz als Auslöser der Typ2-Diabetes entgegen. Regelmäßiges sportliches Training senkt das Diabetes-Risiko um 69 Prozent.“  Wer keine Zeit und Lust zum Sport treiben hat, sollte im Alltag so aktiv wie möglich sein. Bereits ein Mindestmaß an täglicher Bewegung hilft, Krankheiten vorzubeugen und das Risiko für Diabetes Typ2, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie Übergewicht zu reduzieren.* Ob in der Natur wie auf dem Golfplatz oder in der Stadt: Schon eine Stunde Spazierengehen am Tag kann die Zuckerkrankheit verhindern.*****

* www.welt.de/sonderthemen/deutschland-bewegt-sich/article128915598/Bewegungsmangel-ist-das-zweite-Rauchen.html
** www.ingo-froboese.de/blog/so-kommen-sie-in-schwung-10-fakten-zum-stoffwechsel
*** www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes/diabetes_in_zahlen/
300.000 Deutsche leiden an Typ1-Diabetes, darunter mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche. Mehr als 90 Prozent der Diabetiker in Deutschland, überwiegend Erwachsene, haben einen Typ2-Diabetes.
**** www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/therapie/bewegung-und-sport/index.html
***** www.stern.de/gesundheit/diabetes/therapie/bewegung-bei-diabetes--sport-bringt-zucker-in-die-zellen-3427066.html
****** "Einfluss eines moderaten Golftrainings auf den Cortisol-, Serotonin- und Dopamin-Spiegel“, Studie Dr. Petra Sommer, 2012

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