Foto: GC Johannesthal - Golf mit tollen Fernblicken: im GC Johannesthal

Im Johannesthal

Kraichgau? Gefühlt von Köln aus hinter Karlsruhe, aber noch vor dem Schwarzwald. Ein Blick ins Netz macht Lust auf Reise: eine 65 Millionen Jahre alte tiefe Mulde mit Hügeln – viel Natur und „natürliche“ Landwirtschaft auf fruchtbarem Lössboden – Burgen und Schlösser – genügend touristische Infrastruktur – ein namensgebender Bach und Bewohner mit starker Heimatverbundenheit – und ein tolles Ziel: den Golf Club Johannesthal. Los geht’s!

Auf in die „Badische Toskana“ 

Im südlichen Teil dieser dank milden Klimas und ihrer Gestaltung reizvollen Landschaft im Kraichgau, zwischen Karlsruhe und Pforzheim, liegt der Golf Club Johannesthal, laut Eigenwerbung „DER Kraichgauer Wohlfühlclub“. Anfang Juni ist noch wenig Ferienverkehr, Corona schwächelt, Masken aller Art gibt es zur Genüge, Golf und Gastronomie haben sich auf die vorgeschriebenen Maßnahmen eingestellt. Also, nichts wie hin. Die Club-Website informiert, dass Gäste willkommen sind, die Jungen (bis 27 Jahre) weniger Greenfee bezahlen als die Mittelalten (28 bis 35 Jahre) oder die ganz Alten (ab 36 Jahre) und dass man auch neun Löcher, Nach-Feierabend-Runden oder stark verbilligte Zehnerkarten buchen kann.

Viele Wege zum Golfziel

Eine Startzeit ist kein Problem, obwohl die Online-Reservierung für Gäste gerade etwas hakt. Die Sekretärin erfasst telefonisch Namen, Heimatclub und Handicap, beglückwünscht ausdrücklich zum preiswerten Montagstermin und wünscht eine gute Anreise. Die gelingt. Zwar meldet das Navi auf der B10 zwischen Pfinztal und Remchingen eine Baustelle mit Wartezeit, gibt aber gleichzeitig drei Umgehungsrouten an. Offensichtlich führen viele Wege zum Golfziel. Vor Ort liegen Scorekarte, Platzübersicht und Pin Positions griffbereit. Wir zahlen und ziehen los.  

Unterwegs mit Dieter

Wikipedia hat wieder mal recht: Bereits an Tee 1 taucht der erste Hügel auf, und zwar genau zwischen Abschlag und Grün. Wir wissen nicht, wie weit der Vorflight gekommen ist und schicken sicherheitshalber einen Kundschafter hoch. Ergebnis: eine Gruppe auf dem Grün und ein Einzelspieler in Drive-Länge. Ein Handsignal gibt die Bahn frei. Am dritten Grün wartet der Solist auf uns. Ob wir nicht gemeinsam weiterwollen? Nichts lieber! Dieter (84, VcG-Mitglied, Handicap „so um die 20“) spielt nur noch gelegentlich, aber besonders gerne diesen Platz. Der sei nicht übermäßig schwierig, eher freundlich, aber wegen des raffinierten Layouts und der anspruchsvollen Schräglagen immer wieder interessant. Bunker lägen öfter im Weg, Wasser komme aber kaum ins Spiel. 

Attraktive Wasserhindernisse

Kaum gesagt, kommen wir auf den vierten Abschlag und der Blick fällt auf ein waschechtes Inselgrün: Fairway, etwas Rough, Wasser vorne, rechts und links, dann das Grün und dahinter wieder Wasser. Dieter grinst. Na ja, hier sei das Wasser wirklich ein Hindernis, ebenso an der 9, der 12 und der 18. Der nasse Rest sei eher Dekoration. Dann schlägt er ab und verfehlt das Grün knapp links. Allerdings sind Herren mit über 150 Metern carry auf ein nur mittelgroßes Grün erheblich stärker gefordert als wir Damen, uns reicht ein lockeres Eisen über knapp 100 Meter. 

Hochmut kommt vor dem Fall

Auf der schon erwähnten 9 wird mein Schlag bergab und mit Rückenwind ungeahnt lang, bleibt jedoch etwas zu weit rechts. Von der Distanz her ist das teichgeschützte Doppelgrün gut erreichbar, aber einige in die Flugbahn ragende Äste erfordern Höhe und der Boden fällt stark ab. So verschwindet mein erster Ball im Wasser und mein zweiter im Rough. Dieter hingegen, platzerprobt, verrät mir seinen Linker-Fuß-steht-tiefer-Trick. Probiert, noch einmal probiert – „danke, jetzt kann ich’s“! Dieser Trugschluss hält bis zur 18. Ähnliche Entfernung, ähnliche Lage, gleiches Grün, Frust. Dazu leider kein hilfreicher Dieter, denn der musste uns nach der 9 verlassen. Schade. 

Landschaft und Gäste im Einklang

Wir beenden eine ebenso angenehme wie spannende Runde. Gut gefallen haben uns die sportlich legere Atmosphäre, die deutliche Beschilderung, die sehr gepflegten Grüns, tolle Fernblicke bis hinein in den Nordschwarzwald und die üppigen Obstbäume voller dunkler Kirschen. Deren Anblick erinnert ein wenig an einen Schopf mit Topfschnitt, denn erstaunlicherweise ist unterhalb der Fingerspitzen-Grenze keine einzige Frucht zu sehen. Viele Details zeigen, dass der Club überlegt versucht, Landschaft und Natur mit den Belangen der Mitglieder und Gäste in Einklang zu bringen. Einerseits: Wildblumenwiesen, Bienenstöcke, vielerlei Getier. Beispiel andererseits: Drei Sanitärräume auf dem Platz sind deutlich über Durchschnitt.  

Wohlfühlen im Wohlfühlclub

Nach der Runde fragen Sekretärin, Serviererin und zwei weitere Menschen unabhängig voneinander und durchaus interessiert, ob uns der Besuch gefallen habe. Kleiner Imbiss und einladen, dann will ich noch schnell das Cart zurückbringen und vergesse im am Ende des schlauchartigen Parkplatzes abgestellten Auto meine Maske. Flugs organisieren mehrere herumstehende Golfdamen eine Wurfkette, um den Cartschlüssel Viren-unbeschadet ins Sekretariat zu befördern. Der GC Johannesthal hat seinem Beinamen als „Wohlfühlclub“ alle Ehre gemacht. Deshalb ist er nicht nur für an- oder durchreisende Greenfee-Spieler zu empfehlen, sondern auch für Golfer, die in der Region einen festen Standort suchen. Spannend: Der GC Johannesthal gehört zu den GolfPartnerClubs® Baden-Württemberg & Elsass, seine Mitglieder spielen in diesem Jahr auf 63 Plätzen zu reduzierten Greenfee-Konditionen. Urlaubsgolfer? Mit der GolfPartnerClub CARD (2020: 79,- Euro) kann man zehn Mal mit 25 Prozent Rabatt auf das reguläre Greenfee bei den teilnehmenden GolfPartnerClub-Plätzen aufteen. 

VcGler aufgepasst

Für 99,- Euro pro Monat spielen VcGler, sooft sie möchten. Der Zeitraum ist frei wählbar und die Laufzeit beträgt zwölf Monate. Die VcG-Mitgliedschaft bleibt davon unberührt. Zusätzlich erhalten sie 500 Range-Bälle für ihr individuelles Training. Wer zwei Freunde zu einer Runde Golf einlädt, erhält einen Gutschein für eine 18-Löcher-Runde mit Cart geschenkt! Wenn das kein Anreiz ist …    Mehr zum Angebot hier.